Sonntag, 1. Februar 2004

Ryanair: Billigflieger droht mit Klagen gegen europäische Fluglinien

  • EU-Kommission sieht unzulässige Beihilfen für Ryanair in Belgien
  • Für irisches Flugunternehmen geht es um Rückzahlung von drei Millionen Euro

Der irische Billigflieger Ryanair will möglicherweise gegen alle europäischen Fluggesellschaften klagen, die staatlich subventionierte Flughäfen anfliegen. Das bestätigte am Sonntag Ryanair. Aus der EU-Kommission verlautete bereits, dass sie die Preisnachlässe bei Start- und Landegebühren für Ryanair am belgischen Flughafen Charleroi als unzulässige Beihilfen ansehe.

Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" könnte es für Ryanair um die Rückzahlung von drei Mio. Euro gehen. Ryanair bekräftigte, dass im Falle einer unvorteilhaften Entscheidung der Kommission sofort Berufung einzulegen. "Aber wir haben unsere Rechtsberater auch angewiesen, Klagen gegen jede andere Fluglinie einzuleiten, die staatliche Flughäfen mit Konzessionen und Gebührennachlässen anfliegt", hieß es in einer Erklärung.

Die Kommission betrachte die Rabatte von 50 Prozent auf die Start- und Landegebühren in Charleroi als illegal, da sie nur Ryanair gewährt würden, schreibt die "FR". Die "Financial Times" bezifferte die möglichen Forderungen an Ryanair vor kurzem mit 15 Mio. Euro.

Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte dem "Sunday Telegraph", die EU- Entscheidung könne für die gesamte Billigflug-Industrie schädliche Folgen haben. "Wir haben den Entwurf der Entscheidung gesehen. Darin werden alle Ermäßigungen für Billigfluglinien ausgeschlossen." Er hatte bereits zuvor angekündigt, bei einem Votum gegen Ryanair werde die Entscheidung beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg angefochten.

Als Billigfluglinie ist Ryanair darauf angewiesen, mit Regionalflughäfen günstige Konditionen auszuhandeln. Erst vor wenigen Tagen musste Ryanair erstmals einen Gewinnrückgang ankündigen. (apa)

1.2.2004 17:55