Samstag, 31. Jänner 2004

Einsparungen bei BA-CA: Hampel kündigt Job-Abbau an

  • Bis Ende 2005 sollen Stellen von 11.400 auf 10.000 reduziert werden
  • Neues Dienstrecht und Einsparung bei Verwaltung

Um in zwei Jahren auf eine Eigenkapitalrentabilität von 13 Prozent zu kommen, muss die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ihren Gewinn (2002: 300 Mio. Euro nach Steuern) bis 2006 verdoppeln. Der neue BA-CA-Chef Erich Hampel bestätigte Ende Jänner in einem Radiointerview, dass man bis dahin auf 600 Millionen Euro kommen müsse.

Zum Drittquartalsausweis 2003 habe die Eigenkapitalrentabilität (ROE) bei rund 8 Prozent gelegen. Man habe in den letzten Jahren zwar ein zufrieden stellendes Ergebnis gehabt. Im Anspruch, zu den Besten zu zählen, müsse man sich aber internationale Vergleiche gefallen lassen, und da habe man mit dieser Quote noch nicht den Anschluss gefunden. Hampel sieht auch die angepeilten 13 Prozent nur als "Etappenziel". Man habe daher den Anspruch, darüber hinaus zu gehen.

Gespart werden müsse beim Personalaufwand und bei den Verwaltungskosten. Es muss u.a. das Dienstrecht geändert werden - hier erwartet er mit den Belegschaftsvertretern eine Einigung noch im heurigen Jahr - und es wird Personal abgebaut: Im Inland soll der Personalstand bis Ende 2005 von jetzt 11.400 auf 10.000 sinken. Der Betriebsrat hat angekündigt, mit allen Mitteln gegen betriebsbedingte Kündigungen ankämpfen zu wollen. Ob es ohne Kündigungen abgehen wird, dazu äußerte sich Hampel nicht. Er wolle das nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Er werde demnächst mit den Verhandlungen mit dem Betriebsrat beginnen und "mit fertigen Lösungen" an die Öffentlichkeit gehen. Die "wesentliche Komponente" des Personalabbaus werde aber sicher die Ausnützung natürlicher Fluktuationen sein.

Um Verwaltungskosten zu sparen, müssten Synergien im Konzern genutzt und "alle Abläufe in Österreich und Osteuropa überprüft" werden. Es gehe unter anderem um zentrale Abwicklungen. In der jüngsten Ausgabe von "Format" hatte Hampel erklärt, die BA-CA-Osttöchter sollten "reine Vertriebseinheiten" werden. Das heiße keineswegs, dass man die Tochtergesellschaften in CEE demontiere, sagte Hampel. (apa/red)

31.1.2004 12:41