Donnerstag, 29. Jänner 2004

Italien vor Chaos: Heute 24-stündiger Streik im Nahverkehr

  • Kampf für Gehaltserhöhungen, in Mailand streiken auch Taxifahrer
  • Schwierigkeiten in den Metropolen

In Italien hat heute der geplante Streik im Nahverkehr begonnen. Rund 100.000 Bedienstete der Verkehrsbetriebe legten um 8.00 Uhr die Arbeit nieder, um Gehaltserhöhungen zu fordern. Die Sperre der U-Bahn-Netze zwang in Rom viele Bürger, mit Privatfahrzeugen zur Arbeit zu fahren. Die meisten Römer waren auf ihre eigenen Autos oder Mopeds angewiesen, um sich durch den schon an normalen Tagen chaotischen Stadtverkehr zu bewegen.

"Die Arbeitnehmer sind geschlossen, nun muss die Regierung mit uns verhandeln", sagte ein Sprecher der streikenden Bediensteten. In den vergangenen Wochen waren es bereits zu mehreren angemeldeten und "wilden" Arbeitsausständen im Nahverkehr gekommen, die Chaos und Proteste ausgelöst hatten.

Der Streik richtete sich gegen den Tarifabschluss für die insgesamt rund 100.000 Beschäftigten im italienischen Nahverkehr. Konföderierte Gewerkschaften und Regierung hatten sich vor Weihnachten nach monatelangem Streit auf Gehaltserhöhungen von 81 Euro pro Monat und eine Einmalzahlung von knapp 970 Euro geeinigt, was von den Arbeitnehmern als unannehmbar bezeichnet wurde.

In Mailand sreiken auch die Taxifahrer
In Mailand streikten am Freitag auch die Taxifahrer. Hintergrund ist ein Streit mit der Stadtverwaltung um flexiblere Arbeitszeiten und um die Tarife. Die Chauffeure befürchten auch stärkere Konkurrenz, da die Stadtverwaltung weitere 500 Taxi-Lizenzen vergeben will. "Man kann in einer solchen Krisenzeit die Konkurrenz unter den Taxifahrern nicht erhöhen", sagte ein Sprecher der Taxifahrer. (APA/Red.)

29.1.2004 14:56