Weniger Gewinn: Ryanair-Aktie bricht ein
- EU-Kommission stoppt vermutlich Mio.-Subventionen
- British Airways: Fluglinie will bis zu 4.000 Jobs streichen
Die Billigfluglinie Ryanair ist an der Börse in schwere Turbulenzen geraten. Nach der Warnung der Unternehmensführung, dass der Nettogewinn in dem zu Ende gehenden Geschäftsjahr erstmals zurückgehen könnte, brach die Aktie des irischen Unternehmens am Mittwochmittag an der Londoner Börse um 28 Prozent ein.
Was dem Unternehmen Sorgen bereitet, dürfte allerdings alle Schnäppchenjäger freuen: Ryanair geht von einem Rückgang der Flugpreise um bis zu 30 Prozent aus.
Als Gründe für die negative Einschätzung nannte die irische Gesellschaft den stärkeren Konkurrenzdruck, die Schwäche des britischen Pfund gegenüber dem Euro, die starke Ausweitung der Kapazität und die Inbetriebnahme zweier neuer Standorte in Rom und Gerona. Das Unternehmen kündigte einen drastischen Sparkurs an.
Ryanair erklärte, wenn die Durchschnittspreise für die Flüge im vierten Quartal in dem prognostizierten Rahmen fallen, werde der Jahresgewinn von 239 Mio. Euro auf etwa 215 Mio. Euro schrumpfen. Analysten erklärten, der Markt habe eigentlich einen Gewinn von 260 bis 270 Mio. Euro erwartet. "Das ist natürlich dann ein ziemlich großer Rückgang", sagte ein Marktbeobachter, der namentlich nicht genannt werden wollte.
Der Ryanair droht indes der Verlust Mio. schwerer Vergünstigungen in Belgien. Wie am Mittwoch aus der EU-Kommission in Brüssel verlautete, werden Gebühren-Nachlässe des belgischen Flughafens Charleroi und damit indirekt der wallonischen Regionalregierung als unzulässige Beihilfen angesehen. Zudem könnten Rückzahlungen für Ryanair in Höhe von einigen Mio. Euro fällig werden.
Das Brüsseler Prüfverfahren läuft seit Dezember 2002. Dabei geht es um ermäßigte Lande- und Abfertigungsgebühren auf dem belgischen Flughafen Charleroi. Von solch niedrigen Gebühren profitiert Ryanair auch in Hahn und Altenburg. Die Kommission sieht darin staatliche Beihilfen und fürchtet, dass andere Unternehmen benachteiligt werden. (APA/Red.)
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