Mittwoch, 28. Jänner 2004

Wifo-Studie: Österreichs Wettbewerbsprobleme sind hausgemacht

  • Defizite in Bereichen, Arbeitsmarkt, Forschung & Entwicklung
  • Weniger Arbeitslose im EU-Schnitt, doch Anstieg in Österreich

Österreichs Position auf dem Weg der EU zur wettbewerbsfähigsten Wirtschaft ist nach einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) nicht ganz so großartig, wie das die Regierung Mitte Jänner dargestellt hat.

In der Studie werden die verschiedenen Indikatoren, die Österreich in Summe angeblich auf den dritten Platz im EU-Fortschrittsbericht zu den Lissabon-Zielen vorrücken ließen, differenziert dargestellt. Der Wifo-Analyse zufolge hat sich Österreich bei sieben von 14 Indikatoren verschlechtert, bei fünf blieb es gleich und nur in zwei Fällen (Produktivität und F&E-Ausgaben) habe es Verbesserungen gegeben.

Die Indikatoren aufzusummieren und alle Länder in einen Topf zu werfen sei nicht sinnvoll, meinte Wirtschaftsforscher und Studienautor Ewald Walterskirchen am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Auch der Europäische Rat und die Kommission hätten schon vor einem Gesamtranking der Nationen nach einem solchen heterogenen und ungewichteten Indikatorenschema gewarnt.

Gerade im Bereich Arbeitsmarkt, aber auch Bildung, Forschung & Entwicklung ortet die Studie Defizite. "Wenn Österreich seine Position beim Lebensstandard halten will, sind Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung und Informationstechnologien notwendig", so Walterskirchen.

Das Ausgangsniveau Österreichs in den 90er Jahren vor allem bei der Wirtschaftskraft sei tatsächlich hoch gewesen und auch angesichts der internationalen Entwicklung sicher schwierig zu halten, räumte Walterskirchen ein. In der aktuellen Entwicklung Österreichs sei aber "praktisch alles hausgemacht", weil ja auch alle anderen EU-Länder von den internationalen Wirtschaftstrends betroffen seien. (APA)

28.1.2004 15:11