Mittwoch, 28. Jänner 2004

BA-CA-Hampel in NEWS: "Personalabbau unverrückbar"

  • Rolle der BA-CA innerhalb der HVB eindeutig geregelt
  • Der Betriebsrat will gegen die Kündigungen ankämpfen

Die Personalreduktion in der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ist für den neuen Bankchef Erich Hampel "unverrückbar" und "realistisch machbar". Dies hält Hampel in einem Interview in der neuesten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "NEWS" fest. Die Zentralbetriebsrats-Vorsitzende Hedwig Fuhrmann hatte am Mittwoch Widerstand gegen den bis 2005 angekündigten drastischen Personalabbau im Inland um weitere 1.500 Leute angekündigt (siehe Kasten).

Zu seinen Plänen in Osteuropa sagt Hampel, man werde jede Option wahrnehmen, die seine Gruppe dem Ziel näher bringe, in diesem Wachstumsmarkt die uneingeschränkte Nummer eins zu werden. "Das kann durchaus bedeuten, dass wir irgendwann einen Partner mit an Bord nehmen."

Dass Aufsichtsratschef Gerhard Randa eine rasante Ergebnisverbesserung fordert und auch nach dem Vorstandswechsel in der BA-CA in Wien weiter Druck machen wird, sei "ja wohl sein Job als Aufsichtsratsvorsitzender", wie Vorstandschef Hampel erklärt. "Der Druck kommt aber vor allem vom Kapitalmarkt. Wir haben den Aktionären beim (vorjährigen) Börsegang eine deutliche Verbesserung der Rentabilität versprochen, und das müssen wir jetzt liefern."

Hampel selbst wird nach eigenen Worten "natürlich das konstruktive Gespräch mit dem Betriebsrat suchen." Eines sei aber klar: "Wir müssen die Kosten senken. Daher muss es auch beim Dienstrecht Änderungen geben, und wir müssen die Zahl der Mitarbeiter weiter senken - von derzeit 11.500 auf 10.000 bis Ende 2005. Anders werden wir unser Ziel nicht erreichen können."

Die Personalreduktion sei unverrückbar und realistisch machbar. Die Kosten allein seien es aber nicht. "Entschieden wird das Match am Markt." Hier müsse die Bank weiter wachsen, vor allem in Osteuropa, "wo wir unsere Expansion weiter forcieren werden."

"Überhaupt keine Befürchtungen" hegt Hampel, dass die deutsche Konzernmutter HypoVereinsbank (HVB) nun ihre Tochter Bank Austria Creditanstalt stärker an die Kandare nimmt und die Entscheidungsspielräume in Wien deutlich einschränken könnte. Die Rolle der BA-CA innerhalb der HVB sei "eindeutig geregelt".

Er freue sich als neuer BA-CA-Generaldirektor jedenfalls auf seine neuen Aufgaben. "Ich habe natürlich jetzt viel Gestaltungsspielraum, und den werde ich nutzen." Er habe sich "nicht als logischer Nachfolger gesehen", räumt Hampel ein. "Als Gerhard Randa mich gefragt hat, ob ich diese Funktion übernehmen will, habe ich aber spontan ja gesagt. Das ist eine fantastische Herausforderung." (APA/Red.)

28.1.2004 13:30