One im Plus: Mobilfunkanbieter schreibt 2003 erstmals Gewinn
- Gewinn drehte von minus 28 Mio. auf plus 8 Mio. Euro
- Umsatz legte um 44 Mio. Euro zu, 10 Prozent Kundenplus
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Der drittgrößte heimische Mobilfunkanbieter One schrieb im Jahr 2003 erstmals seit seiner Gründung 1998 einen Gewinn - und zwar nicht nur operativ, sondern auch nach Abzug aller Kosten. Demnach drehte der Verlust von minus 27 Mio. Euro 2002 auf nunmehr 8 Mio. Euro.
Die Mobilfunk-Kundenzahl erhöhte sich um 10 Prozent auf 1,48 Millionen, wobei hier auch die Kunden von Tele2 enthalten seien, die aber nur einen sehr geringen Anteil ausmachen würden. Der größte heimische Festnetzanbieter Tele2 offeriert seinen Kunden auch Mobilfunk, nutzt dabei aber das Netz von One. Dazu komme noch, dass 20 Prozent der One-Vertragskunden zwei oder mehr der für das Telefonieren erforderliche und zur Kundenzahl-Berechnung herangezogenen SIM-Karten besitzen würden
Beim Umsatz hat One nach Eigenangaben von 620 auf 664 Mio. Euro zugelegt. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde blieb mit 35 Euro gleich. Der Cash-Flow sank von 100 Mio. Euro auf "knapp unter 70 Mio. Euro", so One-Finanzchef Christian Schrötter. Der Schuldenstand bewege sich mit rund 530 Mio. Euro auf Vorjahresniveau.
One befindet sich zu 50,1 Prozent im Besitz des Deutschen Energiekonzerns E.ON, die restlichen Anteile halten die norwegische Telenor, die französische Orange und die dänische TDC. An einen immer wieder kolportierten Eigentümerwechsel sei nicht gedacht, mehr wollte One-Chef Jorgen Bang-Jensen dazu nicht sagen.
2003 sei die Preisschlacht bei den Handystützungen laut Bang-Jensen munter weiter gegangen, die Rabatte seien sogar noch höher gewesen als 2002. Derzeit habe man bei One 56 Prozent Vertragskunden, der Rest telefoniere über Wertkarten.
Für 2004 erwartet sich Bang-Jensen ähnlich gute Zahlen, ab 1. März soll das UMTS-Netz technisch im vollen Umfang in Betrieb genommen werden. Mitte des Jahres werden es dann auch genug praxistaugliche Handys der dritten Mobilfunkgeneration geben, so der gebürtige Däne. Derzeit mache man rund 14 Prozent des Umsatzes mit Datendiensten, wobei der Löwenanteil auf SMS entfalle. Jedoch habe man bereits zu Jahresende 100.000 Nutzer des Bilddienstes MMS gehabt.
Große Hoffnungen setzt Bang-Jensen in die Rufnummernportabilität, sprich die Mitnahme der Handynummer bei Betreiberwechsel. Sie soll besonders im lukrativen Geschäftskundensegment bisherige Mobilkom- und T-Mobile-Kunden ins One-Netz locken. Technisch habe man die Hausaufgaben bereits gemacht, nun liege es an den beiden oben genannten Mitbewerbern, rasch mitzuziehen. Bang-Jensen hofft auf eine Umsetzung bis zum dritten Quartal 2004.
Mit Genugtuung verwies Schrötter darauf, dass all jene Unrecht behielten, die One kein langes Überleben beschieden und dies nicht zuletzt mit der umfangreichen Eigentümerstruktur und möglichen Eigentümer-Abschieden begründeten. Schrötter: "Wir haben seit fünf Jahren den gleichen Chef, die gleiche Marke und die gleichen Eigentümer - das können unsere Mitbewerber nicht von sich behaupten." (APA/Red.)
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