29.1.2004 13:43

Australian Open: Federer setzt sich gegen Safin durch

  • Federer kassiert für den Turniersieg 730.000 Euro
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Wimbledon-Sieger Roger Federer hat sich am Sonntag auch den Titel bei den Australian Open geholt. Der Schweizer, der am Montag in der Tennis-Weltrangliste auf Platz eins aufscheinen wird, bezwang den Russen Marat Safin im Finale 7:6 (7/3),6:4,6:2. Es ist der zweite Major-Titel des 22-Jährigen nach dem Gewinn vom Wimbledon 2003.

Nachdem Safins letzter Vorhand-Return nach 135 Minuten knapp ins Aus gesegelt war, ging Roger Federer kurz in die Knie, ehe er ans Netz eilte, um die Gratulationen entgegen zu nehmen. Im Gegensatz zum Wimbledon-Erfolg fehlten diesmal die emotionalen Gefühlsausbrüche. Der Sieg bedeutete Federer aber enorm viel. "Dass ich hier meinen Traum von der Nummer eins erfüllen und noch dazu gewinnen kann, ist unglaublich", sagte er nach Entgegennahme des über 1,2 Mio. australische Dollar (731.886 Euro) ausgestellten Siegerschecks.

Mit Federer gewann der richtige Mann eines der qualitativ besten Grand-Slam-Turniere aller Zeiten. In sieben Partien gab er nur gegen Lleyton Hewitt und David Nalbandian je einen Satz ab und bezwang auf dem Weg zum Turniersieg mit Hewitt, Juan Carlos Ferrero und Safin drei ehemalige Weltranglisten-Leader.

Gegen Safin zeigte Federer einmal mehr eine perfekte taktische Vorstellung. Mit seinem giftigen Rückhand-Slice, einem probaten Mittel gegen große Spieler und solche mit extremen Griffhaltungen, brachte er Safin immer wieder aus dem Rhythmus, mit der Vorhand diktierte er das Match.

Nach einem wechselvollen Beginn mit vier Breaks kam Federer immer besser ins Spiel und hatte bei 6:5 und Aufschlag Safin zwei Satzbälle, die der Moskowiter brillant konterte. Im Tiebreak machte der Eidgenosse den Sack aber zu und agierte in Folge dominanter. Safin spielte vor allem seine Aufschlagstärke nicht aus, er kam nur auf drei Asse. "Ich war ein bisschen zu müde, um seinen Rhythmus mitgehen zu können. Aber damit will ich ihm nichts wegnehmen: Er ist der beste und kompletteste Spieler der Welt", meinte der Russe.

In der Weltrangliste wird Federer am Montag nicht nur erstmals als Nummer eins, sondern gleich mit einem komfortablen Vorsprung ausgespuckt. Federer weist einen Punktestand von 5.225 Zählern auf, dahinter folgen Juan Carlos Ferrero und Andy Roddick innerhalb von nur zehn Punkten (4345:4335).

An den 14 Turniertagen kamen 521.691 Zuschauer in den Melbourne Park, das zweitbeste Ergebnis der Geschichte. Im nächsten Jahr wird das Herren-Finale übrigens erst um 19:30 Uhr ausgetragen, womit zum 100-Jahr-Jubiläum des Turniers erstmals ein Grand-Slam-Finale der Herren am Abend gespielt werden wird.

(apa)

29.1.2004 13:43
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