Montag, 26. Jänner 2004

Titow gedopt: Wales will Russlands EURO-Startplatz!

  • Auch Zidane gesteht Einnahme verbotener Mittel
  • PLUS: Alles über die Qualifikation für die EM 2004 in Portugal!

Österreichs WM-Qualifikationsgegner Wales fordert von der UEFA einen Startplatz für die Fußball-EM in Portugal. Der Waliser Verband legte am Montag offiziell Protest gegen das Ausscheiden in den EM-Playoff-Spielen gegen Russland (0:0 und 0:1) ein, da Jegor Titow am 15. November im Hinspiel in Moskau positiv auf das Dopingmittel Bromantan getestet worden war.

Titow war am Freitag von der UEFA für ein Jahr gesperrt worden, nun verlangt Wales eine 3:0-Strafverifizierung der Partie.

Der Mittelfeld-Star von Real Madrid, Zinedine Zidane, hat am Montag in Turin im Rahmen des Doping Prozesses gegen den italienischen Fußball-Rekordmeister Juventus zugegeben, Kreatin eingenommen zu haben, während er bei den Turinern unter Vertrag stand. Der Franzose erklärte den Richtern, die einen Prozess gegen Juve-Generaldirektor Antonio Giraudo und Teamarzt Riccardo Agricola führen, er habe bei Juventus erstmals Kreatin genommen. Außerdem habe ihm der Teamarzt Vitamine und Mineral-Stoffe verschrieben.

Vernommen wurde in Turin am Montag auch der Ex-Juventus-Spieler und ehemalige Coach des englischen Klubs Chelsea, Gianluca Vialli. Er warf den Richtern vor, die Juventus-Spieler, die vor Gericht vorgeladen wurden, als Kriminelle zu behandeln. "Viele Spieler wurden behandelt, als hätten sie etwas zu verheimlichen", beschwerte sich Vialli.

Die hohen Juventus-Dirigenten werden beschuldigt, zwischen 1994 und 1998 Spieler mit Doping-Substanzen behandelt zu haben. Auslöser für die Ermittlungen waren die Äußerungen des tschechischen Trainers Zdenek Zeman, der 1998 Alarm geschlagen hatte, "weil sich der Fußball in die Fänge von Apothekern begeben hat".

Zeman verdächtigte damals "Juve"-Spieler wie Alessandro Del Piero auf Grund ihres angeblich unnatürlichen Muskelzuwachses öffentlich des Dopings. Bei dem Prozess will Staatsanwalt Raffaele Guariniello insgesamt 150 Personen vorladen, darunter den amtierenden Präsidenten des Fußballverbands, Franco Carraro. Das Ende des seit Jänner 2002 laufenden Prozesses ist im kommenden Juni zu erwarten.


(apa/red)

26.1.2004 17:28