Mittwoch, 28. Jänner 2004

41.000 Fans auf der Planai: Raich mit "zwölftem Mann" zum Schladming-Superstar

  • "Blitz von Pitz" raste mit neuen Atomic-Skiern, aber ohne Superman-Shirt zum Rekordsieg
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Sieg im Nachtslalom von Schladming, Führung im Gesamt-Weltcup und Führung im Slalom-Weltcup: Benni Raich war am Dienstagabend vor 41.000 Zuschauern auf der Planai der gefeierte Superstar. Mit dem "Roten Trikot" um die stolze Brust genoss der Pitztaler den Begeisterungssturm rund um seine Person. "Im Fußball würde man sagen: 'Der zwölfte Mann hat mir zum Sieg verholfen'. Ich hab die Stimmung vom ersten bis zum letzten Tor gespürt, es war beeindruckend", meinte der 25-Jährige, der am Dienstag mit seinen brandneuen Atomic-Skiern unterwegs war.

Raich hat den Slalom-Event des Jahres zum dritten Mal nach 1999 und 2001 gewonnen, damit ist der "Blitz von Pitz" vor Alberto Tomba (Sieger 1997 und 1998) alleiniger "Nightrace"-Spitzenreiter und nebenbei auch um die Siegesprämie von 25.000 Euro reicher. Das seit Schladming 1999 legendäre Superman-T-Shirt, das der damals 20-Jährige während seines ersten Weltcupsieges unter dem Rennanzug getragen hatte, war diesmal nicht mit von der Partie: "Das war zu Hause im Kasten", grinste Raich.

Ein klares Indiz dafür, dass der Tiroler von Glücksbringern oder Ritualen nicht viel hält hält. Genauso wenig wie von den mittlerweile eindrucksvoll widerlegten Gerüchten rund um seine angebliche Nervenschwäche - einen Mentaltrainer brauche Raich auf jeden Fall laut eigenen Angaben nicht. "Bis vor kurzem war ich angeblich noch ein Nerverl, jetzt bin ich auf einmal der Mann mit den stärksten Nerven", sprach Raich so manche mediale Spekulationen an.

Raich, dessen frisch gepresster Fansong mit den Textzeilen "Benni go, go, go! Du machst die volle Show, ow, ow!" nicht nur im Pitztal zum Kult werden könnte, weist vor dem Garmisch-Wochenende im Gesamt-Weltcup 94 Zähler Vorsprung auf den Norweger Lasse Kjus vor. Fragen zum Thema "Sieg im Gesamt-Weltcup" sind daher für den dreifachen Saisonsieger unausweichlich.

"Ich bin sehr froh, dass ich so gut an der Spitze mithalte. Aber wir sind noch mitten in der Saison. Und die Favoriten sind nach wie vor andere", handelt der Sieger von 13 Weltcup-Rennen (acht Slaloms, fünf Riesentorläufe) das von ihm so ungeliebte Thema rasch ab. Mit einem "wenn's laft, dann laft's" brachte der Mann aus Arzl, der am Mittwochabend zu den Speed-Bewerben nach Garmisch gereist ist, seine aktuelle Topform auf den Punkt.

Während Raich über seinen neuerlichen Sieg jubelte, schaffte Rainer Schönfelder mit Rang fünf auf der Planai neuerlich nicht den Sprung aufs Stockerl. Der Kärntner war aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden. "Ich habe den Berg bezwungen, aber das entspricht nicht meiner Philosophie vom Slalomfahren. Dieser Hang lässt nie aus." Manfred Pranger holte sich nach drei "Nullerln" (Wengen, Westendorf, Kitzbühel) hingegen mit Platz sieben wieder das nötige Selbstvertrauen. "Ich wollte Schladming schon auslassen. Ich dachte mir: 'Das hat keinen Sinn, so will ich nicht Rennfahren!' Jetzt bin ich aber wieder überglücklich." (apa/red)

28.1.2004 11:34