Volksgruppen: Vertreter auf fast allen Parteilisten
- Nur FPÖ hat keinen zweisprachigen Kandidaten
- Grilc führt ÖVP-Liste im Wahlkreis 2 an - Blatnik hat gute Chancen auf SPÖ-Mandat über Landesliste
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Die Einheitsliste (Enotna Lista, EL) als politische Vertretung der Kärntner Slowenen hat - zum Unterschied zu früheren Urnengängen - auf eine eigene Kandidatur bei der Landtagswahl am 7. März verzichtet. Dennoch scheinen Vertreter der Volksgruppe bzw. Zweisprachige auf den diversen Landes- und Wahlkreislisten der Parteien auf, mit Ausnahme jener der FPÖ.
"Wir haben keine zweisprachige Kandidaten", bestätigte FPÖ-Obmann Martin Strutz auf APA-Anfrage. In ihrem Wahlprogramm sprechen sich die Freiheitlichen gegen weitere zweisprachige Ortstafeln in Kärnten aus. Für Volksgruppenfragen ist derzeit Josef Lobnig zuständig. Der 45-jährige Beamte aus Haimburg (Bezirk Völkermarkt) gehört schon jetzt dem Landtag an und ist als Erster im Wahlkreis 2 gereiht.
Die SPÖ schickt mit der Lehrerin Ana Blatnik (47) eine Angehörige der Volksgruppe ins Rennen. Sie ist Vorsitzende der Arge Volksgruppen in der SPÖ, stellvertretende Vorsitzende des Zentralverbandes slowenischer Organisationen und gehört dem beim Bundeskanzleramt eingerichteten Volksgruppenbeirat an. In ihren Adern fließt auch "politisches" Blut: Vater Johann Ogris saß für die SPÖ in den 70er Jahren im Landtag und war Bürgermeister in Ludmannsdorf (Bezirk Klagenfurt-Land). Blatnik hat als Achte der Landesliste gute Chancen auf ein Mandat.
Die ÖVP hat mit dem ehemaligen Bürgermeister von Bleiburg (Bezirk Völkermarkt), Raimund Grilc (53) zwar keinen Funktionär der Kärntner Slowenen, aber einen Zweisprachigen nominiert. Der Professor am Gymnasium in Völkermarkt (Italienisch, Geschichte, Slowenisch) stammt aus einer kärntnerisch-slowenischen Familie, das Slowenische ist auch seine Muttersprache. Grilc gehört bereits dem derzeitigen Landtag an und ist als Erstgereihter des Wahlkreises 2 Fixstarter auch in der kommenden Legislaturperiode. Der umgängliche und stets freundliche Grilc ist ÖVP-Volksgruppensprecher und gehört dem Volksgruppenbeirat an.
Die Grünen haben die bekennende Kärntner Slowenin Zalka Kuchling (43) an prominenter Stelle platziert: Sie ist Dritte der Landesliste und Erste im Wahlkreis 2. Kuchling unterrichtet am Slowenischen Gymnasium in Klagenfurt. Über ein Grundmandat dürfte sie jedoch nicht in den Landtag kommen.
Die KPÖ schließlich hat mit der Angestellten Christa Koletnik (41) aus Bleiburg (Bezirk Völkermarkt) ein Vorstandsmitglied des Zentralverbandes slowenischer Organisationen als Spitzenkandidatin im Wahlkreis 2 nominiert. Ihre Chancen sind jedoch gleich null.
Übrigens: Die EL hat bisher noch keine Wahlempfehlung für den 7. März ausgegeben. 1999 hatte sie mit Grünen, VGÖ und Liberalem Forum im Rahmen des Bündnisses "Demokratie 99" kandidiert, welches 13.056 Stimmen (3,6 Prozent) erreichte und damit von einem Einzug in den Landtag weit entfernt war.
(apa, red)
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