Präsidentenwahl: Ferrero-Waldner will Klestil nicht kommentieren
- "Habe ein anderes Amtsverständnis. Eines, das wirklich für das 21. Jahrhundert steht."
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Private Einblicke in das Leben der BP-Kandidatin
"Ich möchte eine Identifikationsfigur für alle Österreicher sein", betonte die Präsidentschaftskandidatin der ÖVP, Benita Ferrero-Waldner, anlässlich des Starts ihrer Vorstellungstour durch die Bundesländer in Eisenstadt. Auf die Frage, ob sie anders agieren werde als Bundespräsident Thomas Klestil, sagte sie, dass sie den Amtsvorgänger nie kommentieren werde. "Ich habe ein anderes Amtsverständnis. Eines, das wirklich für das 21. Jahrhundert steht."
LR Karl Kaplan, der den erkrankten ÖVP-Parteiobmann LHStv. Franz Steindl vertrat, gab sich überzeugt, dass die ÖVP mit der Außenministerin ein "Herz-As im Spiel" habe, das "am 25. April stechen wird". Die Zeit sei ganz einfach reif für eine Frau an der Spitze des Staates.
Die ÖVP-Präsidentschaftskandidatin betonte einmal mehr, sie wolle eine soziale Komponente in die Hofburg hineintragen, die Türen nach innen und nach außen öffnen und Sprechtage abhalten. Es sei wichtig, die Bevölkerung mitpartizipieren zu lassen. Außerdem will sie einen Sozialfonds einrichten. Eine Amtsvilla brauche sie nicht, auch nicht die Sommerresidenz in der Steiermark, stellte Ferrero-Waldner klar. Sie habe diese Frage auch schon mit Landeshauptfrau Waltraud Klasnic besprochen. Mürzsteg "sollte einer sozialen Einrichtung zugeführt werden".
Die Weigerung Finanzministers Karlheinz Grassers in der Donnerstag-Sitzung des Nationalrates, Fragen nach seiner umstrittenen Homepage zu beantworten, wollte Ferrero-Waldner "nicht weiter kommentieren". "Ich versuche, im Parlament meine Positionen darzulegen. Jeder Kollege hat die Notwendigkeit, zu versuchen, die eigenen Positionen drüberzubringen."
Nach ihrer Einschätzung einer möglichen FPÖ-Kandidatur für die Bundespräsidentenwahl befragt, sagte Ferrero-Waldner, sie habe keinen schlechten Kontakt zum Koalitionspartner, "aber wir reden darüber nicht."
Der Sprecher des überparteilichen Personenkomitees "Wir für Benita", der frühere ÖVP-Politiker Kurt Bergmann, berichtete in diesem Zusammenhang, dass sich das Komitee auch an die FPÖ und an die Grünen mit der Bitte um Unterstützung für Ferrero-Waldner gewandt habe. Von den Grünen habe man eine "sehr nette und eingehende Antwort erhalten, die im wesentlichen widergibt, was auch in der Öffentlichkeit als Standpunkt der Grünen bekannt ist." Bis zur Stunde sei von der FPÖ noch keine Antwort da.
Laut Bergmann ist der Aufbau von Landesorganisationen des Personenkomitees "Wir für Benita" de facto mit Ende der vorigen Woche abgeschlossen worden. Sprecher des burgenländischen Personenkomitees ist der frühere ÖVP-Parteigeschäftsführer und jetzige Geschäftsführer der "Wiener Zeitung", Karl Schiessl. (apa)
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