Sonntag, 1. Februar 2004

Nordirak: 56 Tote bei Selbstmord-Anschlägen in Erbil

  • Attentate auf Büros der Kurdenparteien KDP und PUK
  • US-Vizeverteidigungsminister zum dritten Mal im Irak

Bei den beiden Selbstmordanschlägen auf Büros der Kurden-Parteien KDP und PUK am Sonntag im nordirakischen Erbil sind nach Angaben der US-Armee 56 Menschen ums Leben gekommen. 200 weitere wurden demnach verletzt. Zuvor hatte es widersprüchliche Zahlen zu den Opfern gegeben. Es war von zwischen 50 und 225 Toten die Rede gewesen.

Den Berichten zufolge drangen die Attentäter in Räume der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) und der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) ein und zündeten im Abstand von fünf Minuten am Körper angebrachte Sprengsätze. Dabei hätten sie auf die Menschenansammlungen anlässlich des moslemischen Opferfests Eid el Adha abgezielt. Unter den Opfern sind angeblich auch der Gouverneur von Erbil, Akram Mintik, und mehrere Minister.

Moslemisches Opferfest
In den Räumen der DPK und der PUK hielten sich zum Zeitpunkt der Attentate hunderte Gläubige auf, um den Beginn des moslemischen Opferfestes zu feiern. Am ersten Tag des Opferfestes werden die Menschen offen empfangen, deshalb waren die Sicherheitsvorkehrungen auch nicht so hoch.

Bei der Explosion in einem Waffenlager im Südwesten des Irak wurden am Sonntag nach polnischen Militär-Angaben mehrere Iraker getötet. Freischärler hätten versucht, das Lager zu plündern, als die Waffen explodiert seien, sagte ein polnischer Oberstleutnant.

Wolfowitz in Bagdad eingetroffen
US-Vizeverteidigungsminister Wolfowitz traf am Sonntag in Bagdad ein, um die dortige Sicherheitslage zu beurteilen. Sein Besuch wurde nicht vorher angekündigt. Wolfowitz sagte, der Hauptgrund seines Besuchs im Irak sei zu erfahren, wie die US-Truppen die Lage beurteilten.

Es ist bereits Wolfowitz' dritter Besuch im Irak seit der Beendigung der Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003. Bei seinem vorangegangenen Besuch im Oktober entging er nur knapp einem Raketenanschlag. (apa)

1.2.2004 13:12