Sonntag, 1. Februar 2004

Friedensnobelpreis 2004: Bush, Blair, EU nominiert

  • Nominierungsfrist am 1. Februar abgelaufen
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Unter den Nominierten für den Friedens-Nobelpreis 2004 sind US-Präsident Bush, der britische Premier Blair sowie die Europäische Union. Zum Ablauf der Nominierungsfrist am Sonntag sagte der Direktor des norwegischen Nobel-Instituts, Geir Lundestad: "Die Nominierungen strömen zu uns herein".

Viele Namen seien von Präsidenten und Regierungschefs vorgeschlagen worden, aber auch von weniger bekannten Leuten, sagte er der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. Während das Nobel-Institut traditionell keine Namen von Nominierten nennt, können die Nominierungsberechtigten selbst - Abgeordnete, Minister, Nobelpreisträger und einige Universitätsprofessoren - ihre Vorschläge veröffentlichen.

Bush und Blair wurden von dem rechtsgerichteten norwegischen Abgeordneten Jan Simonsen für ihre Irak-Politik vorgeschlagen. Die beiden Verbündeten hätten es "gewagt, die notwendigen Entscheidungen für einen Irak-Krieg ohne Unterstützung der UNO zu treffen", begründete Simonsen bereits im Mai 2003 seinen Vorschlag.

"Dieser Krieg hat zahllose Leben gerettet", so Simonsen. Andernfalls hätte Saddam Hussein womöglich Atomwaffen entwickelt und eine "Katastrophe" ausgelöst. Auf Grund der weltweiten Kritik am Irak-Krieg werden diesen Nominierungen jedoch keine großen Chancen eingeräumt.

Die EU wurde vom ehemaligen norwegischen Regierungschef Thorbjörn Jagland für ihre Erweiterungsbemühungen nominiert. Die Erweiterung von 15 auf 25 Mitglieder zum 1. Mai 2004 sei eine perfekte Gelegenheit, die europäische Zusammenarbeit zu würdigen, begründete Jagland seinen Vorschlag. Die Aussicht der EU auf den Nobelpreis schätzen Beobachter jedoch als gering ein, da mindestens zwei der Komitee-Mitglieder als Euroskeptiker bekannt sind. (apa)

1.2.2004 09:42