Sonntag, 1. Februar 2004

Algerien: Schlag gegen Sahara-Geiselnehmer gelungen

  • Vermutlich handelt es sich um die Islamistengruppe, die letztes Jahr 10 Österreicher gefangen hielt

Die algerischen Armee hat im Grenzgebiet zu Mali offenbar mehrere Mitglieder jener Islamistengruppe getötet, die im vergangenen Jahr insgesamt 32 europäische Urlauber entführt hatte. "Eine Gruppe von Terroristen" sei in den letzten Tagen rund 1.300 Kilometer südlich von Algier bei In Salah "neutralisiert" worden, hieß es seitens der Armee. Der Einsatz dauere noch an.

Die Armee habe bei dem Einsatz zudem ein umfangreiches Arsenal von Waffen beschlagnahmt, die "mit den von einem westlichen Staat bezahlten Lösegeldern" von Waffenhändlern benachbarter Staaten gekauft worden seien, erklärte der Generalstab. Darunter seien Mörser, Raketenwerfer und rund zweihundert Kalaschnikow-Sturmgewehre sowie rund ein Dutzend Satellitentelefone.

Es ist das erste Mal, dass im Zusammenhang mit der Geiselnahme von algerischer Seite die Zahlung von Lösegeld durch einen "westlichen Staat" bestätigt wird. Nach sechsmonatiger Geiselhaft waren die letzten 14 von ursprünglich 32 entführten Urlaubern, darunter neun Deutsche, im August in Mali freigelassen worden. Die deutsche Regierung hat die Zahlung von Lösegeld stets bestritten. Deutschen Medienberichten zufolge soll es sich um fünf Millionen Euro gehandelt haben. Zu den Entführungen hatte sich die Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) bekannt. Zehn entführte Österreicher waren bereits im Mai frei gekommen. (apa)

1.2.2004 08:21