Samstag, 31. Jänner 2004

Gedenkfeiern: 1. Jahrestag der Columbia-Katastrophe

  • Sieben Astronauten starben bei Unglück
  • PLUS: NASA-Mitarbeiter gedachten Opfern schon am Freitag

Mit Glockenläuten und Gedenkfeiern ist am Sonntag in den USA der sieben Astronauten gedacht worden, die vor einem Jahr beim Unglück der "Columbia"-Raumfähre gestorben waren. Die US-Weltraumbehörde NASA hielt am Kennedy Space Center auf Cape Canaveral in Florida und am Johnson Space Center in Houston (Texas) Feierstunden ab. Die "Columbia" war am 1. Februar 2003 beim Landeanflug auf den Weltraumbahnhof Cape Canaveral über Texas auseinander gebrochen und verglüht.

In zahlreichen Orten im Osten des US-Bundesstaates Texas, wo die meisten Trümmerteile der Fähre niedergingen, läuteten um 8.16 Ortszeit (15.16 Uhr MEZ) die Kirchenglocken. Zu diesem Zeitpunkt hätte die "Columbia" vor einem Jahr in Florida landen sollen.

ISS-Raumfahrer gedachten der Opfer
Auch die Raumfahrer auf der Internationalen Raumstation ISS gedachten am Sonntag der "Columbia"-Opfer. Michael Foale und Alexander Kaleri hätten in einer Videobotschaft "das Andenken ihrer toten Kollegen geehrt", sagte ein Sprecher der US-Raumfahrtbehörde NASA in Moskau.

In Houston hatten bereits am Freitag rund 1.000 NASA-Mitarbeiter der "Columbia"-Astronauten gedacht. Der Direktor des Johnson Space Centers, Jefferson Howell, unterstrich dabei die Entschlossenheit der NASA, weiter den Weltraum zu erforschen und zum Mars zu fliegen. "Das ist es, was die Besatzung von "Columbia" von uns erwarten würde", sagte Howell. "Es wäre eine Beleidigung für sie, wenn wir jetzt aufgeben würden".

Loch im linken Flügle
Als Unfallursache hatte eine unabhängige Untersuchungskommission Mängel an der Isolation der Fähre ausgemacht. Bereits beim Start am 16. Jänner hatte sich demnach ein kleines Stück der Isolation gelöst und ein Loch in den linken Flügel der Fähre geschlagen. Durch dieses Leck war beim Wiedereintritt in die Atmosphäre extrem heiße Luft in den Flügel gelangt. An Bord starben fünf Männer und zwei Frauen: Kommandant Rick Husband, Pilot William McCool sowie Michael Anderson, Kalpana Chawla, Dave Brown, Laurel Clark und der israelische Astronaut Ilan Ramon.

Am Montagnachmittag (Ortszeit) wird NASA-Direktor Sean OKeefe ein "Columbia"-Denkmal auf dem amerikanischen Nationalfriedhof von Arlington (Bundesstaat Virginia) vor den Toren der Bundeshauptstadt Washington einweihen. (apa/red)

31.1.2004 22:04