Samstag, 31. Jänner 2004

Frankreich: Innenminister von Jugendlichen gejagt

  • Zwischenfall in Paris nach Besuch Sarkozys in einer U-Bahn-Station
  • Minister wurde von Sicherheitsbeamten in eine Polizei-Station gebracht

Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy ist am Samstag nach dem Besuch einer U-Bahn-Station in der Pariser Innenstadt von nahezu 50 aufgebrachten Jugendlichen regelrecht gejagt worden. Die Jugendlichen verfolgten den von seinen Leibwächtern abgeschirmten Minister, nachdem er in der U-Bahn-Station Les Halles neue Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vorgestellt hatte.

Sarkozy wurde von seinen Sicherheitsbeamten in eine nahe gelegene Polizeiwache gebracht, wo er anschließend unter lautstarken Beschimpfungen der Jugendlichen sein Auto bestieg. Der Minister drehte sich dann noch einmal zu den Jugendlichen um und führte mit einem ein kurzes Streitgespräch. Der junge Mann gab an, er sei wegen eines bewaffneten Raubüberfalls zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Daraufhin entgegnete Sarkozy: "Wenn Sie 18 Monate bekommen haben, dann haben Sie die auch verdient gehabt." Jeder, der einen bewaffneten Raubüberfall begehe, komme ins Gefängnis.

Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt. Es wurde auch keiner der Jugendlichen festgenommen.

Sarkozy ist nicht zuletzt wegen seiner Erfolge im Kampf gegen die Kriminalität der bei weitem populärste Minister im Kabinett von Premierminister Jean-Pierre Raffarin. Der 48-Jährige gilt als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Staatspräsident Jacques Chirac. (apa, red)

31.1.2004 21:11