Saddam Hussein: Ex-Diktator wird vor Sondergericht gestellt
- US-Zivilverwalter Bremer spricht von einem öffentlichen Prozess
- Saddam muss sich unter anderem wegen Völkermordes verantworten
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Der irakische Ex-Präsident Saddam Hussein soll nach Angaben des US-Zivilverwalters Paul Bremer vor ein irakisches Sondergericht gestellt werden, das der von den Amerikanern eingesetzte provisorische "Regierungsrat" schaffen soll. Saddam Hussein bleibe im Irak und werde in einem öffentlichen Prozess verurteilt werden, sagte Bremer der arabischen Tageszeitung "Al-Sharq Al-Awsat" vom Samstag.
Saddam Hussein werde sich wegen Völkermordes und der "Invasion von Nachbarländern" verantworten müssen, fügte Bremer hinzu. Der Ex-Machthaber werde dem "Regierungsrat" übergeben werden, wenn das Gericht etabliert sei.
Der im Dezember von US-Truppen gefasste Ex-Präsident kooperiert nach Angaben Bremers nicht mit den USA. Bisher habe er keine wichtigen oder nützlichen Informationen preisgegeben. Ebensowenig habe der frühere Präsident gestanden, wo er sein Geld im Ausland deponiert habe, sagte Bremer. "Aber wir wissen mit Sicherheit, dass er viel Geld außerhalb des Irak hat."
Saddam Hussein sei bei guter Gesundheit. Vor seinem Prozess werde es aber kein neues Foto von ihm geben. Interviews sind nach Angaben Bremers nicht erlaubt.
Die USA betrachten Saddam Hussein als Kriegsgefangenen. Damit tragen sie eine politische Verantwortung für seine korrekte Behandlung auch nach der Übernahme der Verantwortung durch eine irakische Übergangsregierung. Außerdem sind die USA gehalten, den Gefangenen vor der "Neugier der Öffentlichkeit" zu schützen.
US-Außenminister Colin Powell hatte erklärt, es sei das Beste, wenn der Prozess erst stattfinde, nachdem die Souveränität wieder auf die Iraker übergegangen sei. Vorgesehen ist, dass eine irakische Übergangsregierung am 1.Juli von der US-Besatzungsmacht mit der vollen Entscheidungsgewalt ausgestattet wird. (apa)
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