Afghanistan: US-Luftangriff fordert zivile Opfer
- Präsident Karzai widerspricht Angaben des US-Militärs
Bei einem US-Luftangriff sind nach Angaben des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai zehn Zivilpersonen getötet worden. Der Staatschef widersprach damit am Samstag in Kabul der Darstellung des US-Militärs, bei dem Bombardement in der südlichen Provinz Urusgan seien am 17. Jänner fünf Guerillakämpfer getötet worden.
Karzai sagte, eine Untersuchung des Innenministeriums habe ergeben, dass Zivilisten, darunter Kinder und Frauen, ums Leben gekommen seien. Der afghanische Präsidentensprecher Jawed Ludin sagte, er habe keine Information darüber, ob bei dem US-Angriff auch Untergrundkämpfer getötet worden seien. Örtliche Behörden hatten die Zahl der Opfer zunächst mit elf Zivilpersonen angegeben.
Einer der bisher schwersten Zwischenfälle hatte sich im Juli 2002 ereignet. Damals wurde in der Provinz Urusgan von US-Maschinen ein Hochzeitsfest aus der Luft bombardiert; nach afghanischen Angaben kamen 58 Menschen ums Leben und 117 weitere wurden verletzt.
Bei der Explosion eines Waffenlagers in der südostafghanischen Provinz Ghazni sind acht statt der bisher angenommenen sieben US- Soldaten getötet worden. Das US-Militär gehe jetzt davon aus, dass ein nach der Detonation am Donnerstag zunächst für vermisst erklärter Soldat tot sei, sagte ein Sprecher der amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan am Samstag in Kabul. Zu den Hintergründen der Explosion wollte er sich wegen noch andauernder Ermittlungen nicht äußern. Afghanische Behörden hatten von einem Unfall gesprochen. (apa)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
