Sudanesischer Luftangriff: Mehrere Tote und Verletzte im Tschad
- Khartum bekämpft Rebellion im Grenzgebiet
Bei einem Angriff der sudanesischen Luftwaffe auf mutmaßliche Rebellen sind im Grenzgebiet zu Tschad mehrere Zivilisten getötet und verletzt worden. Zehn Menschen seien bei dem Angriff am Donnerstag auf dem Gebiet des Tschad in der zwischen beiden zentral-afrikanischen Staaten geteilten Stadt Tine getötet und 16 weitere verletzt worden.
Ein Vertreter des UNO-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR in Tine sprach dagegen von mindestens zwei Toten und 15 Verletzten, um die sich die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kümmere. Nach Angaben des UNHCR-Regionalkoordinators für Ost-Tschad, Yvan Sturm, traf der Angriff ein Gebiet, in das mehr als tausend Menschen aus der westsudanesischen Region Darfur geflohen waren.
Am Nachmittag nahm die sudanesische Armee nach Angaben des Militärs in Tschad kampflos den bisher von den Rebellen gehaltenen sudanesischen Teil von Tine ein. Die Stadt ist seit Wochen infolge von Bombardements verlassen.
Die Rebellen von Darfur führen seit Februar vergangenen Jahres einen Aufstand für mehr wirtschaftliche Entwicklung in der Wüstenregion des zentralafrikanischen Staates. Seit dem Scheitern von Verhandlungen zwischen Khartum und den Rebellen der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit in Sudan im Dezember greift die sudanesische Luftwaffe regelmäßig den sudanesischen Teil der Ortschaft Tine an. Seit Beginn des Aufstandes vor einem Jahr wurden Schätzungen zufolge rund 3000 Menschen getötet und insgesamt rund 770.000 Menschen vertrieben.
(apa, red)
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