Mittwoch, 28. Jänner 2004

Autobombe vor Hotel: Mindestens vier Tote in Bagdad

  • UNO entsendet Expertenteam zur Prüfung der Lage

Bei einem Bombenanschlag auf ein Hotel in der Innenstadt von Bagdad sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen und 17 weitere verletzt worden. Das dreistöckige Hotel "Shahin", in dem mehrere Ausländer untergebracht sind, wurde teilweise zerstört. Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben des Hotels um drei Iraker und einen Südafrikaner.

UNO-Generalsekretär Annan will ein Expertenteam zur Prüfung der Sicherheitslage und zur Vorbereitung direkter Wahlen in den Irak entsenden. Derzeit verhandelten UNO-Vertreter in Bagdad mit der US-Zivilverwaltung über Sicherheitsgarantien für die Mission, sagte Annan in Paris.

Zum Zeitpunkt des Anschlags trafen zwei Fachleute der Vereinten Nationen in Bagdad ein. Von ihrer Einschätzung hängt ab, ob die UNO eine Delegation in den Irak schicken wird, die die Voraussetzungen für allgemeine Wahlen prüfen soll. Statt der von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit geforderten Direktwahl will die amerikanische Besatzungsmacht die Mitglieder der geplanten Übergangsversammlung in einem Auswahlverfahren auf Provinzebene bestimmen lassen.

US-Soldaten begannen am Mittwoch damit, die Stacheldrahtsperren um das Dorf Uja südlich von Tikrit zu entfernen, in dem der gestürzte Staatschef Saddam Hussein geboren wurde. Das Dorf wurde im Oktober vergangenen Jahres von der Außenwelt abgeriegelt, da es unter dem Verdacht stand, eine Hochburg der Widerstandsbewegung gegen die US-Besetzung zu sein. Viele der 3.500 Dorfbewohner gehören demselben Clan an wie Saddam Hussein.

In Washington stand am Mittwoch eine Anhörung des zurückgetretenen US-Beauftragten für die Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak, David Kay, auf der Tagesordnung der Sitzung des Senats. Kay hatte sich zu Beginn seines Einsatzes im Frühsommer vergangenen Jahres überzeugt gezeigt, im Irak auf Massenvernichtungswaffen zu stoßen. Nach seinem Rücktritt am Freitag vergangener Woche erklärte er hingegen, diese Einschätzung beruhe auf falschen Angaben der Geheimdienste.

(apa)

28.1.2004 07:33