Montag, 26. Jänner 2004

Österreich will Kooperation zum Iran stärken

  • Reformorienterte Abgeordnete wollen von Forderungen nicht abrücken

Bundespräsident Klestil hat am Montag seinen Besuch im Iran fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand die Eröffnung des österreichisch-iranischen Wirtschaftsforums in Teheran. Staatspräsident Khatami hob dabei den strategischen Standort hervor, den sein Land Investoren biete. Man verfüge über ein Potenzial von 60 Mio. Menschen im Zentrum eines regionalen Marktes von 300 Mio., so Khatami.

Klestil verwies vor dem Forum auf die freundschaftlichen Beziehungen auf höchster Ebene, die sich auch durch die große Wirtschaftsdelegation - die größte, die je einen Staatsbesuch in eine außereuropäische Destination begleitete, manifestiere. Das Wirtschaftsforum leiste einen Beitrag für eine langfristige strategische Zusammenarbeit, betonte Klestil.

Der Bundespräsident traf am zweiten vollen Besuchstag auch noch mit dem religiösen Führer Ali Khamenei und dem Vorsitzenden des Pragmatischen Rates, Ali Hashemi Rafsandjani zusammen. Klestil betonte vor mitreisenden österreichischen Journalisten, er habe gegenüber allen Gesprächspartnern erklärt, dass eine Fortführung des Reformprozesses der Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen förderlich sei. Laut "Iran Daily" betonte Klestil gegenüber Khatami, dass Österreich als EU-Mitglied eine Ausweitung der Beziehungen EU-Iran unterstütze.

Wirtschaftskammerpräsident Leitl bezeichnete den Iran "aus europäischer Sicht" als Nachbarn und "natürlichen Partner". Das zwölfprozentige Wachstum der iranischen Produktion und die niedrigen Steuern seien Aspekte, die einen Anreiz für Auslandsinvestitionen bieten. Weiters sagte Leitl, die iranische Seite plane die Eröffnung eines Informationsbüros in Wien.

Zum bestehenden Außenhandelsdefizit des Iran gegenüber Österreich sagte Leitl, dieses Ungleichgewicht könne nur auf dem Weg von Energielieferungen aus dem rohstoffreichen Iran behoben werden. Einen großen Beitrag hierfür könnte die OMV leisten. Im Gespräch ist ein Projekt einer OMV-Gaspipeline, die iranisches Erdgas nach Europa transportieren solle. Das Projektvolumen würde sich auf vier Milliarden Euro belaufen. (apa, red)

26.1.2004 12:08