Montag, 26. Jänner 2004

Einmarsch in Gaza: Israelische Armee tötet mindestens neun Palästinenser

Bei Feuergefechten mit israelischen Besatzungssoldaten sind im Gaza-Streifen neun Palästinenser getötet worden. Die Schießerei begann, laut Palästinensern, als die israelischen Truppen am Mittwoch in der Nähe der jüdischen Siedlung Nezarim eine Offensive starteten. Die Streitkräfte erklärten, militante Palästinenser hätten das Feuer auf die Soldaten eröffnet. Die Truppen hätten zurückgeschossen.

Nach Krankenhausangaben wurden zunächst zwei Palästinenser getötet. Anschließend rückten die Streitkräfte in ein nahe gelegenes Wohngebiet in Gaza-Stadt ein, wo es erneut zu einem Gefecht kam. Dabei seien sieben weitere Palästinenser getötet und mehrere verletzt worden, sagte ein palästinensischer Arzt. Rettungswagen eilten zum Ort des Geschehens.

Der israelische Ministerpräsident Sharon hatte am Dienstag die Räumung von sieben jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland und im Gaza-Streifen vorgeschlagen. Der jüdische Siedlerrat wies den Vorschlag umgehend zurück. Nach dem internationalen Friedens-Fahrplan (Roadmap) muss Israel alle seit 2001 in den palästinensischen Gebieten errichteten Siedlungen abreißen. Deren Zahl beläuft sich auf 108. In 150 größeren Siedlungen im Westjordanland und Gaza-Streifen leben etwa 230.000 Israelis. Nach internationalem Recht (Vierte Genfer Konvention) ist der Transfer der Bevölkerung der Besatzungsmacht in besetztes Gebiet generell illegal.

(apa)

26.1.2004 09:26