Sonntag, 1. Februar 2004

Umhausener "Todesliste": Gendarmerie ermittelt "mit Hochdruck"

  • Sicherheitsvorkehrungen bleiben vorerst aufrecht
  • Unbekannter hatte gedroht, am Montag 25 Menschen zu töten

Nach dem Verstreichen des Todestermines für 25 Bewohner der Tiroler Gemeinde Umhausen verfolgt die Gendarmerie mehrere Hinweise. Es werde "mit Hochdruck ermittelt", sagte der zuständige Oberst der Kriminalabteilung, Erwin Mayerl, am Dienstag der APA. Die Sicherheitsvorkehrungen blieben vorerst aufrecht.

Die Gendarmerie hoffe, "möglichst bald" zu einem positiven Ergebnis zu kommen, sagte Mayerl. Die Präsenz der Exekutive und der Personenschutz bleibe. Man werde jeden Tag entscheiden, wie weit die Maßnahmen aufrechterhalten werden müssten.

Bürgermeister Jakob Wolf (V) berichtete von einer "ruhigen Nacht". Er hoffe, dass der Verfasser der Drohbriefe ausgeforscht werde, "damit wir endlich wieder Ruhe haben". Etwa 30 Journalisten hätten an Ort und Stelle berichtet. Er sei stolz auf seine Bevölkerung, dass der 2. Februar "ganz normal ohne Panik" abgelaufen sei.

Die Exekutive ging davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter mit guter Ortskenntnis handelt. Trotz der in Umlauf gebrachten Kondolenzschreiben gebe es keine konkreten Hinweise oder Spuren. Weder Fingerabdrücke noch Überwachungsmöglichkeiten hätten bisher Erfolg gebracht.

Seit 2001 terrorisiert der Unbekannte den rund 3.000 Einwohner zählenden Ort mit anonymen Briefen. Im vergangenen August war dann das Schreiben mit dem Vermerk "Todesliste" aufgetaucht. Es enthielt 25 Vornamen. Im Dezember wurden schließlich vier Briefe mit Todesdrohungen entdeckt. Als Datum war der 2. Februar vermerkt. Vor drei Jahren war einer Frau zudem eine Häkelnadel in den Oberschenkel gerammt worden. Auch zwei Brände könnten laut Exekutive auf das Konto des Unbekannten gehen.

(apa)

1.2.2004 11:54