Freitag, 30. Jänner 2004

Causa Grasser: Van Staa kritisiert Finanzminister

  • Tiroler LH: "Sicher kein glücklicher Weg"
  • "Grasser hätte Offensivstrategie wählen sollen"

Die skeptischen Stimmen aus der ÖVP zum Vorgehen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser in seiner Homepage-Affäre mehren sich. Nach dem stellvertretenden Wirtschaftskammer-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner meldet sich nun auch Tirols Landeshauptmann Herwig Van Staa mit leiser Kritik zu Wort: "Hätte Karl-Heinz Grasser von Anfang an eine Offensivstrategie gewählt, wäre die Sache schon längst vom Tisch. Jetzt nützt dies natürlich die Opposition für ihr politisches Schauspiel aus."

Nach Ansicht Van Staas hätte der Finanzminister erklären müssen, was Sache ist: "Er, Grasser, sei zwar jetzt Angriffen ausgesetzt. Er sei sich zwar keiner Schuld bewusst, möchte aber die Situation nützen, um anhand seines Beispiels vielleicht klare nachvollziehbare Kriterien für die Zukunft zu erstellen, wie etwa Spitzenpolitiker künftig mit Spenden umzugehen haben", schlägt der Landeshauptmann nachträglich vor.

Zudem hätte Grasser alle Fakten unabhängigen Experten zur Beurteilung übergeben können, meint Van Staa. Dass die Finanzprüfung unter der Aufsicht von Staatssekretär Alfred Finz (V) gelaufen ist, gefällt dem Landeshauptmann nämlich nicht sonderlich: "Das war sicher kein glücklicher Weg und kein Zeichen der Transparenz". (apa)

30.1.2004 09:01