Sorgerechtsstreit: Demonstration vor Landesgericht
- Scheidungskrieg um Christian: Mutter und Sohn noch in Österreich
- Vaters klagt über "unmenschliche Vorgangsweise"
·Vater im TV
"Habe Christian nicht beeinflusst"
·Vorgeschichte
So eskalierte der Streit um Christian
·"Waffe" Kind
Expertin: "Passiert 100.000 Mal!"
·Sorgerecht
Angst vor rechts- freiem Raum
Rund 50 Personen jeden Alters haben Donnerstag Abend eine Demonstration vor dem Landesgericht Salzburg abgehalten. Sie sprachen sich für den Verbleib des achtjährigen Christian bei seinem Vater aus und forderten ein Mitspracherecht der Kinder. Kritisiert wurde auch die Vorgangsweise der Gerichtsvollzieher vom Montag.
Auf Transparenten stand Parolen zu lesen wie "Gewalt gegen Kinder?", "Kinderrechte?" sowie "Gegen legale-brutale Kindesentführung". Christian sei ein Fall von vielen und man hoffe, dass es zu einer Gesetzesänderung komme, wonach auch Kinder unter 14 Jahren ein Mitspracherecht eingeräumt werden soll.
Die Großmutter eines Schulfreundes des Achtjährigen erklärte, sie verstehe es überhaupt nicht, dass er aus der Schule herausgerissen werden sollte. Seit dem Kindergarten habe er immer in Großgmain gelebt. Gefragt wurde von den Demonstranten auch, warum die Mutter nicht schon früher gekommen sei. Bemängelt wurde ferner, dass man ein achtjähriges Kind vor laufender Kamera wie einen frisch gekauften Fernseher in den Wagen gestopft habe. Wo seien die Konsequenzen, hieß es.
Mittlerweile wurden schon 250 Unterschriften für den Verbleib des Buben eingesammelt. In sämtlichen Geschäften von Großgmain sowie beim Arzt liegen Unterschriftslisten auf.
Mutter und Sohn in Sicherheit
Im Tauziehen um das achtjährige Scheidungskind Christian W. ist am Donnerstag vorläufig Ruhe eingekehrt. Der Bub, der nach eigenen Angaben lieber beim Vater bleiben will und sich am Montagabend gegen die Abholung von Gerichtsvollziehern heftig gewehrt hatte, befindet sich seit Mittwoch Abend bei seiner Mutter.
Mutter und Sohn wurden in eine Betreuungseinrichtung gebracht, teilte Hadmar Hufnagl, Vorsteher des Bezirksgerichts mit. Seit Christian sich bei seiner Mutter aufhalte, sei das Gericht nicht mehr zuständig, betonte Hufnagl. Eine psychologische Betreuung sei aber gewährleistet.
Wann die beiden nach Schweden abreisen werden, war noch unklar. Der Vater des Buben, Ulf W., stellte die Vermutung an, dass seine 33-jährige Ex-Frau mit Christian bald nach Schweden fliegen wolle. Genaueres wisse er nicht, er habe keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn.
Ob er rechtliche Schritte gegen die Gerichtsvollzieher einleite, werde er sich noch überlegen, sagte W. "Der Rechtsstaat hat nicht funktioniert. Ich gebe ihm noch kurze Zeit - ein paar Tage - ob dieser den internen Untersuchungen ernsthaft nachgeht oder ob es sich nur um eine formale Ankündigung gehandelt hat."
(apa, red)
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