Mittwoch, 21. Jänner 2004

Neue Diskussion: Tempo 200 auf der Autobahn

  • Autohaus: "Bei Bedarf werden wir wieder fahren, weil wir auch dazu verpflichtet sind"

Das Tempo 200 für Testfahrten auf österreichischen Autobahnen sorgt wieder für Diskussionen. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs darf ein niederösterreichisches Autohaus diese Testfahrten unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen jetzt wieder durchführen.

"Bei Bedarf werden wir wieder fahren, weil wir auch dazu verpflichtet sind", hieß es seitens des Autohauses am Mittwoch. Das will Oberösterreichs Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Haider keinesfalls hinnehmen. Er ließ inzwischen ein Gutachten erstellen, das das hohe Risiko solcher 200-km/h-Fahrten auf der Autobahn untermauert.

Die Verkehrsabteilung des Amtes der OÖ. Landesregierung hatte dem Autohaus die Erlaubnis zur Absolvierung von Pkw-Testfahrten auf der oberösterreichischen Westautobahn erteilt. Das Autohaus braucht diese Testfahrten im Rahmen der amtlich Zulassung bestimmter Zubehörteile, diese 200-km/h-Tests seien verpflichtend, argumentiert das Autohaus, "wir sind keine rasenden Ungeheuer. Die Testfahrten werden von erfahrenen Ingenieuren unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt".

Verkehrsreferent Haider ließ in der Folge den Bescheid mit der 200-km/h-Erlaubnis aus Sicherheitsgründen aufheben. Der Verwaltungsgerichtshof entschied aber, dass diese Aufhebung des Bescheides nicht rechtens gewesen sei.

Das Gutachten, das von den Verkehrstechnikern des Amtes der OÖ. Landesregierung jetzt erstellt wurde, verweist aber auf ein enormes Sicherheitsrisiko, wenn ein Pkw mit 200 Stundenkilometern auf der Westautobahn unterwegs sei. Der Anhalteweg verlängere sich enorm, zudem benötige ein Pkw bei einem Tempo von 200 km/h eine wesentlich breitere Fahrbahn, errechneten die Techniker. (apa)

21.1.2004 12:11