Samstag, 24. Jänner 2004

Salzburgs WK-Präsident sagt: Jugendliche zu faul für Arbeit

  • SPÖ-Burgstaller: Für Sofort-Hilfe statt unsinniger Vorwürfe
  • Negativ-Rekord: Weltweit 186 Mio. Menschen ohne Job!

Diese Ansage haben all jene, die zur Zeit ohne Job sind, gerade noch gebraucht: Der Präsident der Salzburger Wirtschaftskammer, Rainhardt Buemberger, hält viele Jugendliche für zu faul zum Arbeiten. Das sagte Buemberger laut APA am Freitagabend bei einer Diskussion in Salzburg. Seiner Meinung nach werde das Recht auf Faulheit "schamlos ausgenützt". In Salzburg waren im Oktober des Vorjahres 12.303 Menschen arbeitslos, unter ihnen 2.386 Jugendliche.

Vor allem bei den unter 25-Jährigen registriert das Arbeitsmarktservice eine deutlich steigende Arbeitslosigkeit - auch jene, die eine gute Ausbildung abgeschlossen habe, täten sich immer schwerer.

Ein Grund für diese Steigerung sei aber der Mangel an gutem Willen bei den Betroffenen, sagt Buemberger: "Ich möchte betonen, dass ein Recht auf Faulheit in Österreich nicht besteht. Dieses Recht auf Faulheit wird schamlos ausgenützt. Es gibt viele Leute - vor allem junge Leute -, die leider dieses Netz ausnützen." Außerdem versagten immer mehr Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder, diagnostizierte Buemberger: "Bei den Lehrern in der Schule ist es dasselbe, das Niveau der Schulen sinkt ständig."

Kritik kam postwendend vom Salzburger Sozialstadtrat Josef Huber (SPÖ). "Ich kenne etliche Jugendliche, die dringend gerne einen Arbeitsplatz hätten - nicht nur Jugendliche, sondern Leute bis 30, 40, 45. Ab 50 hat man sowieso keine Chance mehr, dass man einen Job bekommt. Wenn das das 'Recht auf Faulheit' ist, dann habe ich da meine Probleme."

LH Schausberger: Gegen Pauschalurteile
Inzwischen ist Buemberger auch aus der ÖVP unter Beschuss geraten: Landeshauptmann Franz Schausberger hat sich gegen Pauschalurteile über Jugendliche ausgesprochen: "Der überwiegende Teil bemüht sich um Arbeit." Von den Rücktrittsforderungen an Buemberger will der Landeshauptmann nichts wissen - darüber müsse die Kammer beraten. (APA/Red.)

24.1.2004 14:28