Freitag, 23. Jänner 2004

Keine Überraschungen: Neuer Post-General heißt Wais

  • Neu im Vorstand: Logistikchef Hitziger und Vertriebschef Götz
  • ÖIAG kündigt Restrukturierung bei Paket und Postämtern an

Es gab keine Überraschungen bei der Post, der Aufsichtsrat machte es fix: Die Österreichische Post AG hat in Zukunft wieder vier Vorstände. Der Post-Aufsichtsrat hat am Montag Generaldirektor Anton Wais (55) und Finanzvorstand Rudolf Jettmar (56) für weitere drei Jahre bestätigt. Neu in den Vorstand ziehen der bisherige Siemens-Prokurist Herbert Götz (40) und der derzeitige bauMax-Geschäftsführer Walter Hitziger (43) ein.

Götz, bei Siemens Austria zuletzt für die Festnetzsparte ICN zuständig, übernimmt voraussichtlich ab 1. April den seit Mitte des Vorjahres vakanten Posten des Post-Filialnetzchefs. Hitzinger, der schon bei bauMax die Logistik leitete, soll bis spätestens 1. Juli den bisherigen Post-Logistikchef Jörn Kaniak (61) ablösen, der aus Altersgründen aus dem Unternehmen ausscheidet.

Alle Verträge gelten bis 30. Juni 2007
Post-Aufsichstratschef, ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis, kündigte am Montag nach der Bestellung des neuen Vorstands Restrukturierungen bei Postämtern und Paket-Zustellung an. Hier lägen derzeit noch die "Schmerzen der Post", sagte Michaelis bei einer Pressekonferenz nach dem Aufsichtsrat. Außerdem kündigte Post-Generaldirektor Wais auch einen weiteren Abbau bei den Personalkosten an. Hier hinke die Post den Mitbewerbern immer noch hinterher.

Bis 2006 werden 3.000 Jobs abgebaut
Nach früheren Angaben soll die Zahl der Vollzeitarbeitskräfte nach rund 26.000 Ende des Vorjahres bis 2006 auf 23.000 gesenkt werden. Im Paket-Bereich soll die Post, wie berichtet, in Osteuropa stärker expandieren. Außerdem hatte Wais zuletzt auch eine Neuordnung des Bereichs Geschäftspaket im Inland nicht ausgeschlossen. Beim Filialnetz gibt es nach der Schließung von 640 der nunmehr knapp 1.700 Postämtern noch keine konkreten Pläne für die weitere Umstrukturierung. Der neue Vorstand soll zunächst die Situation neu analysieren. Michaelis hofft, dass Götz "bald Antworten geben wird, wie wir uns dort positionieren".

Mit der weiteren Restrukturierung soll die Österreichische Post AG auf die Vollliberalisierung des Paket- und Briefmarktes spätestens 2009 vorbereitet werden. Außerdem soll mit der Neubesetzung des Postvorstandes wieder Ruhe in die Post-Zentrale einkehren. Wais betonte am Montag demonstrativ Montag die Einigkeit innerhalb des neuen Vierer-Vorstands. "Vier Personen sind ein Vorstand, dass wird sehr gut sein für das Unternehmen", so der Generaldirektor.

Im alten Vorstand war es - nicht zuletzt eines möglichen Teilverkaufs der Österreichischen Post an die Deutsche Post AG - internen immer wieder heftige Diskussionen geben. Der früher für Fuhrpark, Filialnetz und Kurier-Express-Paket zuständige Vorstand, Josef Halbmayr (48), hatte seine Funktion im Mai zurückgelegt, weil er einen Teilverkauf an die Deutschen strikt ablehnte.

ÖIAG-Vorstand wollte sich am Montag nicht festlegen, ob die Post alleine in die Zukunft gehen wird oder mit einem strategischen Partner. Dem Regierungsauftrag zufolge habe die ÖIAG "über eine strategische Partnerschaft als ersten Schritt der Privatisierung nachzudenken". Er hoffe, "noch in dieser Legislaturperiode eine befriedigende Antwort zu erhalten". Vorrangige Aufgabe des Post-Vorstandes sei aber zunächst die Umsetzung des Restrukturierungsprogrammes, so Michaelis. (APA/Red.)

23.1.2004 13:21