Freitag, 23. Jänner 2004

LukOil will über Partner bei Petrom-Privatisierung mitmischen

  • Russen bieten aus Wettbewerbsgründen nicht selbst mit und suchen Kooperation - Neben OMV noch sechs weitere Bieter auf Shortlist - Verbindliche Angebote bis Ende Februar

Der zweitgrößte russische Ölkonzern, LukOil, will sich indirekt an der Privatisierung des rumänischen Öl- und Gaskonzerns Petrom beteiligen. Das erklärte der Chef der rumänischen LukOil-Tochter LukOil Downstream SRL, Nicolae Ciornii.

LukOil stehe mit einem der Unternehmen auf der Shortlist in Verhandlungen über eine Kooperation beim Petrom-Kauf, sagte Ciornii. Dabei handle es sich nicht um ein Unternehmen aus Russland. Bei der österreichischen OMV, die ebenfalls an Petrom interessiert ist, wollte man die Partnersuche von LukOil nicht kommentieren. Es sei nicht einmal sicher, ob die OMV ein verbindliches Angebot abgeben werde, erklärte ein OMV-Sprecher am Donnerstagabend zur APA.

Laut LukOil-Downstream-Chef Ciornii wollten die Russen ursprünglich selbst um die Petrom mitbieten. Man habe sich aber wieder zurückgezogen, weil man im Falle eines Zuschlags ein Monopol auf dem rumänischen Tankstellenmarkt hätte. LukOil betreibt derzeit 202 Tankstellen in Rumänien, davon 37 in Bukarest. Das russische Unternehmen hat nach eigenen Angaben bisher 335 Mio. Dollar (264 Mio. Euro) in Rumänien investiert.

Auch OMV bietet mit
Nach dem Rückzug der italienischen ENI Anfang Dezember 2003 sind noch sieben Bewerber mit ihren unverbindlichen Angeboten im Rennen: Neben der österreichischen OMV sind das die ungarische MOL, die polnische PKN Orlen, die US-Gesellschaft Occidental Oil and Gas Corp, OAZ Gazprom, Hellenic Petroleum und die Schweizer Glencore. Die Frist für die Abgabe verbindlicher Angebote endet am 28. Februar 2004.

Die rumänische Regierung hält 93 Prozent der Petrom-Anteile. Petrom ist Rumäniens größte Ölgesellschaft, mit 60.000 Arbeitnehmern und einem Netz von rund 700 Tankstellen.
(apa, red)

23.1.2004 09:10