Negativ-Rekord: Weltweit 186 Mio. Menschen ohne Job!
- Die Lage ist für Jugendliche am schlimmsten
- Geringfügig Beschäftigte: Höchstand mit 221.947 im Dezember
·Arbeitsmarkt
"Geringfügige" Jobs nehmen stark zu!
Die weltweite Arbeitslosigkeit hat ein Rekordniveau erreicht. 186 Mio. Menschen waren 2003 ohne Arbeit. Am meisten betroffen sind die Jugendlichen, schreibt die Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem am Donnerstag in Genf veröffentlichten Jahresbericht.
Es sei zu früh, um zu sagen, das Schlimmste sei vorbei, erklärte ILO-Generaldirektor Somavia. Wenn die jüngsten Schätzungen des Wirtschaftswachstums sich bestätigen sollten, könnte sich die Lage 2004 weltweit auf dem Arbeitsmarkt jedoch verbessern.
"Unsere größte Befürchtung ist, dass die Hoffnungen, mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen, enttäuscht werden, wenn der Wirtschaftsaufschwung nicht anhält", führte Somavia aus. Viele Länder könnten dann das Millenniumsziel, die Armut bis 2015 zu halbieren, nicht erreichen.
Ende 2003 war weltweit ein Rekordanteil von 6,2 Prozent der aktiven Bevölkerung arbeitslos. 2002 waren 185 Mio. Menschen ohne Arbeit, 2001 waren es 177 Mio. und 2000 insgesamt 174 Millionen. Als Ursachen für die Rekordarbeitslosigkeit nennt die ILO das geringe Anziehen der Wirtschaft in den Industrieländern, die Irak-Krise und die Lungenkrankheit Sars, die vor allem Einbrüche im Tourismus zur Folge hatten.
Am stärksten betroffen waren 2003 die Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren mit 88,2 Mio. Arbeitslosen. Das entspricht einer Rate von 14,4 Prozent. 108 Mio. Männer und 78 Mio. Frauen waren ohne Arbeit. Die Zahl der "Working Poor", die einen Dollar oder weniger pro Kopf und Tag verdienten, betrug 550 Millionen.
Die EU verzeichnete in einigen Ländern gute Resultate auf dem Arbeitsmarkt. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in Europa blieb jedoch bei 7,9 Prozent. Japan scheint seine lange Krise hingegen überwunden zu haben. In Afrika stellt die hohe Zahl der Working Poor das Haupthindernis für die Entwicklung dar.
(apa)
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