Causa Mannesmann: Angeklagte beteuern Unschuld
- Ex-Mannesmann-Chef wirft Anklägern "Verleumdung" vor
- Streit um 57 Mio : Mammut-Prozess um Mannesmann
Die Angeklagten im Mannesmann-Prozess haben am Donnerstag in ersten Stellungnahmen zu den Untreue-Vorwürfen ihre Unschuld beteuert. Vor dem Düsseldorfer Landgericht bezeichnete der Deutsche Bank-Chef Ackermann die Ausschüttung der Millionen- Prämien für die früheren Mannesmann-Manager als "zulässige und angemessene Unternehmensentscheidungen".
Ackermann sprach er von einer außerordentlichen Prämie für einen außerordentlichen Erfolg. "Ich habe mich an die Regeln des Wirtschaftsrechts gehalten", betonte Ackermann. Nachträgliche freiwillige Zahlungen seien im Wirtschaftsleben üblich und legal.
Mit den Millionen für den ehemaligen Mannesmann-Chef Esser sei eine außergewöhnliche Leistung honoriert worden. Die Zahlungen hätten im Übrigen auch dazu gedient, für eine möglichst reibungslose Integration von Mannesmann in das neue Unternehmen zu sorgen, so Ackermann.
Neben Ackermann sitzen auch der frühere IG-Metall-Vorsitzende Zwickel, der ehemalige Mannesmann-Vorstandsvorsitzende Esser und Aufsichtsratschef Funk auf der Anklagebank. Funk bezeichnete die Extra-Zahlungen als "rechtlich in Ordnung". Auch Zwickel äußerte Unverständnis über die Anklage. Alle Entscheidungen, an denen er beteiligt gewesen sei, seien nach seiner Überzeugung aktienrechtlich korrekt gewesen.
Bei dem spektakulärsten deutschen Wirtschaftsstrafprozess geht es um Abfindungen in Höhe von 57 Millionen Euro. Die Beträge waren bei der Übernahme des Düsseldorfer Traditionskonzerns durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone vor vier Jahren geflossen. Die Staatsanwaltschaft wirft den sechs Angeklagten vor, einen "Vermögensverlust großen Ausmaßes" verursacht zu haben. (APA)
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