Parmalat: Ermittlungen weiten sich weltweit aus
- Anleger demonstrieren vor der römischen Zentralbank
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Parmalat-Gründer belastet Banken!
Die internationalen Ermittlungen gegen den insolventen italienischen Nahrungsmittelkonzern Parmalat weiten sich aus. Die Finanzaufsicht AFM leitete eine Untersuchung über die niederländischen Töchter Parmalats ein. Nach Angaben eines AFM- Sprechers wurden die in Rotterdam ansässigen Parmalat Finance Corporation, Parmalat Netherlands und Parmalat Capital Netherlands unter die Lupe genommen. Hunderte geprellte Anleger demonstrierten vor der Zentralbank.
Die Mailänder Ermittler reichten inzwischen neue Rechtshilfeanträge an die US-Behörden ein, um die Ermittlungen gegen Bank of America und Citibank fortsetzen zu können. Ähnliche Anträge wurden an die Behörden von Malta, Monaco und den Cayman-Inseln eingereicht.
Nachdem ein Mailänder Untersuchungsgericht beschlossen hat, dass der seit 27. Dezember inhaftierte Parmalat-Firmengründer Calisto Tanzi weiterhin hinter Gittern bleiben muss, zeigte sich seine Tochter Francesco zutiefst besorgt. "Ich habe Angst, das man auch mich verhaften wird. Dabei habe ich nichts mit dem Zusammenbruch der Firma zu tun. Ich beschäftigte mich mit der Tourismusbranche, von den Bilanzen wusste ich nichts", sagte Francesca Tanzi in einem Interview mit der Turiner Tageszeitung "La Stampa".
Hunderte Anleger demonstrieren
Hunderte Anleger, die wegen des Parmalat-Zusammenbruchs schwere finanzielle Schäden erlitten haben, demonstrierten indes vor dem Sitz der römischen Zentralbank und forderten strengere Maßnahmen zum Investorenschutz. Die Demonstranten riefen Slogans gegen den inhaftierten Firmengründer Calisto Tanzi. Nach Schätzungen der Konsumentenschutz-Organisationen wurden in den letzten zwei Jahren rund 800.000 italienische Anleger geprellt, die Bonds gekauft haben. Sie meldeten Verluste im Wert von insgesamt 36,5 Mrd. Euro.
(apa)
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