Mittwoch, 21. Jänner 2004

Saison-Highlight: Die Titelverteidiger zur "Faszination Kitzbühel"

  • Walchhofer: "Wer da runterfährt, ist ein Hero"
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Für Rennläufer, Trainer und Fans ist und bleibt Kitzbühel der Saisonhöhepunkt. Vor dem Highlight des Weltcup-Winters steht praktisch der gesamte Weltcup-Tross unter Hochspannung. Unterschiedlich beurteilen aber die drei Speed-Titelverteidiger die "Faszination Kitzbühel". Während Daron Rahlves (Abfahrt) und Michael Walchhofer (Kombi- und damit echter Hahnenkamm-Sieger) begeistert sind, hat Hermann Maier (Super G) trotz seines Comeback-Sieges im Vorjahr Motivationsprobleme.

"Derzeit ist die Spannung gleich null. Ich hoffe, dass sich das in den kommenden Tagen ändert", meinte Maier vor dem ersten Training. Obwohl der "Herminator" vier Kitzbühel-Siege (drei Mal Super G, ein Mal Abfahrt) auf dem Konto hat, gab er sich vorerst locker und entspannt. Die vielen Verschiebungen und Absagen in jüngster Vergangenheit haben beim 31-Jährigen offensichtlich Spuren hinterlassen.

"Zufrieden, wenn Wochenende vorbei ist"
"Das verfolgt uns, seit wir in Europa sind. Keine leichte Situation, aber man muss es so nehmen, wie es ist", meinte Maier. Womit er am Ende der Kitzbühel-Woche zufrieden wäre? "Ich bin zufrieden, wenn das Wochenende vorbei ist."

Erste Begegnung mit der Streif
Die Erinnerungen an seine erste Begegnung mit der Streif hat Maier aber auch noch in frischer Erinnerung - 1998 war Maier als Weltcup-Führender angereist, musste jedoch auf Grund einer Schienbeinverletzung unverrichteter Dinge abreisen. "Ich musste acht, neun Stunden Rede und Antwort stehen, warum ich nicht gefahren bin", erinnert sich Maier, der wenige Wochen später zum Doppel-Olympiasieg von Nagano wurde.

Ein besonderer Mythos
Ganz anders stehen Walchhofer und Rahlves zu Kitz. Abfahrts-Weltmeister Walchhofer hat im Vorjahr mit der Kombi in Kitz seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Nicht zuletzt deswegen steht die Gamsstadt ganz oben auf der Liste des 28-Jährigen. Was macht die Streif so besonders? "Ein Heimrennen, ein besonderer Mythos, eine der spektakulärsten Abfahrten. Und wer da runterfährt, ist ein Hero", so Walchhofer, der Führende im Abfahrts-Weltcup.

"Von mir aus jede Woche Kitzbühel"
Und Daron Rahlves brennt darauf, die Streif endlich auch von ganz oben als Schnellster zu bezwingen. Heuer bekommt er gleich zwei Möglichkeiten dazu und das taugt dem begnadeten Freeskier, Motocrosser und Jet-Ski-Weltmeister aus Kalifornien sehr. "Kitzbühel ist der einzige Ort im Weltcup, wo es mir leid tut, wenn ich ihn verlasse. Von mir aus könnte jede Woche Kitzbühel sein." Dass Red Bull erstmals auf eine so genannte "klassische" Skisportart setzt und seit einem Jahr auch auf Rahlves, kann der Ami nachvollziehen. "In den USA ist es ja genau umgekehrt, da ist der Abfahrtsport Extremsport."

(apa/red)

21.1.2004 12:37