Brasilien trauerT: Fußball-Legende Leonidas da Silva am Samstag gestorben
- 90-Jähriger galt als Erfinder des Fallrückziehers
- "Schwarzer Diamant" war Torschützenkönig der WM 1938

Brasilien trauert um einen der größten Fußballer aller Zeiten: Leonidas da Silva starb am Samstag im Alter von 90 Jahren. Der "Schwarze Diamant", der in seiner Heimat unter anderem als Erfinder des Fallrückziehers gilt, starb in einer Klinik in Sao Paulo. Der frühere Stürmer litt an der Alzheimer-Krankheit.
"Mit dem Tod von Leonidas verliert Brasilien den Pionier unserer Weltklassestürmer. Ohne ihn hätte es Pele oder Zizinho vielleicht gar nicht gegeben", sagte sichtlich mitgenommen Nationalcoach Carlos Alberto Parreira, der Leonidas persönlich kannte. Für viele, die ihn in den 30er und 40er Jahren spielen sahen, war Leonidas sogar besser als Fußball-König Pele.
Der Schrecken aller Torhüter
"Leonidas war meistens überhaupt nicht zu bremsen, der Schreck aller Torhüter. Er wurde aber nicht so bekannt, weil es damals kein Fernsehen und längst nicht so viel Marketing gab", meinte zum Beispiel Oberdan Catani, einer der es wissen muss, weil er als Tormann mehrfach gegen Leonidas spielte. Der angesehene Journalist Luiz Mendes vom TV-Riesen "Globo" glaubt, dass "Leonidas sicher nicht schlechter als Pele war".
WM-Torschützenkönig 1938
Der am 6. September 1913 in einem Armenviertel Sao Paulos geborene Leonidas spielte in seinem Heimatland für die Spitzenteams FC Sao Paulo, Botafogo, Vasco und Flamengo sowie in Uruguay für Penarol Montevideo. Bei der WM 1938 in Frankreich war er mit acht Treffern bester Torschütze des Turniers - und das zu einer Zeit, in der die "Selecao" international noch nicht die ganz große Rolle spielte.
Unvergessen bleiben seine vier WM-Treffer gegen Polen. Nie richtig geklärt wurde allerdings, weshalb er damals im Halbfinale gegen Italien für das Endspiel geschont werden sollte. Ohne den besten Spieler, der ebenso trickreich und elegant wie kämpferisch agierte, unterlag Brasilien 1:2.
"Gummi-Mann" baute Vorurteile ab
Leonidas gewann zwölf Meistertitel und schoss in 20 Jahren (zwischen 1931 und 1950) Hunderte von Toren. Der "Gummi-Mann", wie Leonidas wegen seiner Geschmeidigkeit auf dem Platz auch genannt wurde, trug auch entscheidend zur Abschaffung vieler Vorurteile gegen Afrobrasilianer in seiner Heimat im Sport und in der Gesellschaft allgemein bei und arbeitete später als Radiokommentator.
(apa/red)
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