Fußball: Kamerun hat ersten Hattrick im Afrika-Cup im Visier
- Afrika macht in Tunesien Jagd auf "Unzähmbare Löwen"
- Bregenz-Legionär Nzuzi im Kongo-Kader

Was Ägypten (1957, 1959) und Ghana (1963, 1965) nach jeweils zwei Erfolgen in Serie vergeblich versuchten, hat nun Kamerun im Visier: Die Truppe des deutschen Teamchefs Winnie Schäfer (Bild) möchte Fußball-Geschichte schreiben und als erstes Land den Hattrick im Afrika-Cup schaffen. Die "Unzähmbaren Löwen" gelten für die 24. Auflage des Turniers, das von Samstag bis 14. Februar in den tunesischen Städten Tunis, Bizerte, Sousse, Monastir und Sfax ausgetragen wird, als Favorit.
Der Olympiasieger 2000 in Sydney, der die seit 1957 alle zwei Jahre stattfindende Meisterschaft des Schwarzen Kontinents wie Ägypten und Ghana schon insgesamt vier Mal gewonnen hat, gab zuletzt Nigeria (2000) und dem Senegal (2002) im Finale jeweils nach Elfmeterschießen das Nachsehen. Schäfer, seit 2001 im Kameruner Teamchef-Amt, glaubt an das Triple. "Vor allem deshalb, weil wir ein eingespieltes Team haben", sagt der 54-Jährige, der erst vor kurzem seinen Vertrag bis 2006 verlängert hat.
Stark im Konförderations-Cup
Die Stärke demonstrierte die Auswahl des zentral-afrikanischen Landes, das seit 1990 Stammgast von WM-Endrunden ist, zuletzt Ende November im Konförderations-Cup, in dem die Schäfer-Truppe erst im Endspiel in Europameister Frankreich seinen Meister fand. "Dort haben wir uns sehr gut verkauft", erinnert sich der "Dompteur". Als hartnäckigste Widersacher seiner Mannen stuft er Tunesien auf Grund des Heimvorteils sowie Senegal und Nigeria ein. Ruanda ist für ihn ein Geheimtipp.
Statistik spricht nicht für Tunesien
Obwohl der Heimvorteil im Afrika-Cup nicht zu unterschätzen ist - immerhin setzten sich in neun von bisher 23 Fällen der Gastgeber durch - spricht die Statistik nicht eben für die Nordafrikaner. Sie haben das Turnier - auch vor eigenem Publikum 1965 und 1994 - überhaupt noch nie gewonnen. Aber vielleicht gelingt die Premiere jetzt mit Roger Lemerre, den das Gruppen-Aus bei der WM 2002 in Asien den Job als Teamchef des damaligen Titelverteidigers Frankreich kostete.
Nzuzi als Österreich-Bezug
Unter den 16 teilnehmenden Mannschaften gibt es auch einen Österreich-Bezug. Im Kader der Demokratischen Republik Kongo steht mit dem Stürmer Polo Nzuzi ein Spieler des T-Mobile-Bundesligisten Casino SW Bregenz. Mit dem nigerianischen GAK-Stürmer Benedict Akwuegbu, der möglicherweise vor einem Transfer steht, könnte noch einzweiter Österreich-Legionär dazu kommen. "Bleibt er bei uns, sollte er die Vorbereitung mitmachen", erklärte GAK-Manager Hannes Weninger. Die meisten Legionäre kommen übrigens aus Frankreich (78) gefolgt von Belgien (28) und England (24).
GRUPPEN-EINTEILUNG
(Die ersten zwei Team jeder Gruppe steigen ins Viertelfinale auf)
Gruppe A: Tunesien, Ruanda, RD Kongo, Guinea
Gruppe B: Senegal, Burkina Faso, Kenia, Mali
Gruppe C: Kamerun, Algerien, Simbabwe, Ägypten
Gruppe D: Nigeria, Marokko, Südafrika, Benin
Afrika-Cup-Sieger seit 1990
1990: Algerien
1992: Elfenbeinküste
1994: Nigeria
1996: Südafrika
1998: Ägypten
2000: Kamerun
2002: Kamerun
Die Rekord-Sieger
Kamerun, Ägypten und Ghana (je vier Erfolge)
(apa/red)
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