Donnerstag, 22. Jänner 2004

BP-Wahl: Martin Wabl will mit "Bescheidenheit" in die Hofburg

  • Sind erst einmal die 6.000 Unterstützungserklärungen gesammt, ist alles möglich

Ohne großen Wahlkampf will der Oststeirer Martin Wabl den Einzug in die Hofburg schaffen. "Der Bundespräsident sollte mit Bescheidenheit und Demut auftreten. Dementsprechend bescheiden wird auch meine Wahlwerbung ausfallen", sagte der frühere SP- und Grün-Landtagsabgeordnete am Mittwoch gegenüber der APA. Als erstes Ziel nennt er das Sammeln der nötigen 6.000 Unterstützungserklärungen, an denen er 1998 gescheitert ist. Ist diese Hürde einmal genommen, ist auch der Sieg möglich, glaubt Wabl.

Derzeit werbe er vor allem in seiner Heimat Fürstenfeld, sagte Wabl. "Ich verteile Broschüren - ich nenne sie Bewerbungsschreiben." Große finanzielle Mittel habe er nicht und wolle er auch gar nicht. "Die, die wenig haben, brauchen es eh selber." Und von denen, die viel haben, wolle er kein Geld annehmen. "Das schafft nur Abhängigkeiten", so Wabl. Das Echo auf seine Kandidatur sei aber sehr positiv. Nun hoffe er, dass er auch im ORF die Gelegenheit bekommen werde, seine Positionen darzulegen. "Ich werde dem Herrn Draxler (Anm. ORF-Informationsdirektor, Gerhard) einen netten Brief schreiben", so Wabl.

Dem Bundespräsidenten ortet er vier Hauptaufgaben zu. Zunächst solle er einmal "Vertretung nach außen sein". Er solle aber auch "Anlaufstelle für die Bürger und eine Art Anwalt des Volkes sein". Ähnlich wie VP-Kandidaten Benita Ferrero-Waldner würde er daher Sprechstunden oder Sprechtage abhalten, sagte Wabl. Die "fast wichtigste Aufgabe" des Bundespräsidenten sei aber, die "Funktion eines Mediators und Versöhners". Dass Thomas Klestil bei der Pensionsreform einen Runden Tisch einberufen hat, habe ihm gut gefallen, so Wabl. Er hätte sich aber auch gewünscht, dass Klestil konkrete Vorschläge vorgebracht hätte. Bei besonders wichtigen Themen solle sich der Bundespräsident auch tagespolitisch äußern.

Und einen konkreten Vorschlag hat Wabl auch für die Sommerresidenz Mürzsteg des Präsidenten. Diese solle in ein Erholungsheim für behinderte Kinder umgebaut werden. Für das Staatsoberhaupt solle nur eine kleine Wohnung bleiben.

Dass die Grünen keinen eigenen Kandidaten aufstellen werden, sieht Wabl durchaus positiv. "Jede Partei, die keinen aufstellt und keine Kandidaten unterstützt, ist eine Chance", hofft er. (apa)

22.1.2004 10:42