Sonntag, 25. Jänner 2004

Massenvernichtungswaffen im Irak: Auch Powell zweifelt

  • US-Waffeninspektor dankte frustriert ab
  • PLUS: Halliburton gesteht Korruption bei US-Irak-Geschäften

US-Außenminister Powell hat erstmals eingeräumt, dass der Irak vor dem Krieg möglicherweise keine Massenvernichtungswaffen mehr besessen hat. Die US-Regierung hatte den Irak-Krieg vor allem mit der Existenz von derartigen Waffen im Irak begründet. Powell selbst "bewies" damals vor der UNO mittels Computer-Grafiken die Existenz von Waffen und Labors.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, hatte noch am Freitag erklärt, Washington halte an der Aussage fest, dass der Irak zum Zeitpunkt des Krieges Massenvernichtungswaffen besessen habe. Es sei lediglich eine Frage der Zeit, bis diese gefunden seien. US- Waffeninspektors Kay war nach monatelanger ergebnisloser Suche nach vermuteten Massenvernichtungswaffen zurückgetreten. Kay glaubt nicht an Waffenfunde.

Zu seinem Nachfolger ernannte der amerikanische Geheimdienst CIA den früheren UNO-Waffeninspektor Charles Duelfer. Dieser hatte sich erst kürzlich äußerst skeptisch zu den Erfolgschancen der Suche geäußert.
(apa, red)

25.1.2004 07:30