Samstag, 24. Jänner 2004

Gefangenenaustausch Israel-Hisbollah perfekt

Israel und die libanesische Schiiten-Organisation Hisbollah haben sich nach langwierigen Geheimverhandlungen unter deutscher Vermittlung auf einen Gefangenenaustausch geeinigt, der in der kommenden Woche beginnen soll. Die deutsche Regierung übernimmt die Gewähr für die korrekte Umsetzung der Übereinkommen.

Der Austausch umfasst nach deutschen Angaben die Übergabe des seit dem Jahr 2000 gefangenen israelischen Geschäftsmanns und Reserve-Offiziers Elhanan Tennenbaum und der sterblichen Überreste dreier israelischer Soldaten, die Freilassung von 400 Palästinensern, 23 Libanesen und einzelner syrischer, marokkanischer, sudanesischer und libyscher Staatsbürger.

Zu den von Israel Freizulassenden gehören auch die prominenten Schiitenführer Scheich Abdel Karim Obeid und Mustafa Dirani. Obeid war 1989, Dirani 1994 von israelischen Kommandos aus dem Libanon entführt worden. Die beiden Männer sitzen ohne Gerichtsverfahren in israelischen Hochsicherheitsgefängnissen.

Außerdem sollen die Leichen von 59 gefallenen Libanesen in ihre Heimat übergeführt und das Schicksal von 24 im Libanon Vermisster aufgeklärt werden. Darüber hinaus sollen Karten über Landminen im Südlibanon ausgetauscht werden, wie der Koordinator für die Nachrichtendienste im deutschen Kanzleramt, Ernst Uhrlau, mitteilte.

Uhrlau zeigte sich erfreut über den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Der Iran sei an der Vermittlung beteiligt gewesen, erklärte er. Der Austausch solle innerhalb von einer Woche abgeschlossen werden. Ähnlich wie bei einem Gefangenenaustausch 1999 werde der Transport über Deutschland abgewickelt. (APA)

24.1.2004 21:14