Deutsches Arbeitsamt: Chef Gerster endgültig gefeuert
- Zuvor hatte ihm der Verwaltungsrat sein Vertrauen entzogen
- Vorwurf: Unregelmäßigkeiten bei Vergabe von Beraterverträgen
Der Vorstandschef der deutschen Bundesagentur für Arbeit, Florian Gerster, muss seinen Stuhl räumen. Dies sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) am Samstagabend vor Journalisten in Düsseldorf. Gerster war wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Beraterverträgen in die Schlagzeilen geraten.
Zuvor hatte der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) Gerster das Vertrauen entzogen und damit seine Entlassung nach nur 22 Monaten im Amt eingeleitet. Gerster habe durch "eigenes Handeln und Verhalten" den Reformprozess erheblich beeinträchtigt, sagte die Vorsitzende des Verwaltungsrats, die stellvertretende Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ursula Engelen-Kefer, am Samstag in Nürnberg.
Nach einer rund dreieinhalbstündigen Krisensitzung forderte das Aufsichtsgremium mit 20 Stimmen gegen eine Stimme die Bundesregierung auf, einer Entlassung Gersters zuzustimmen.
Der Verwaltungsrat, dem je zu einem Drittel Arbeitgeber, Gewerkschaften sowie Vertreter von Bund und Ländern angehören, hatte zuvor über einen Bericht der Innenrevision der Behörde zu den umstrittenen Beraterverträgen der BA beraten. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsgremiums, Peter Clever von den Arbeitgebern, sagte, die Innenrevision habe bei der Überprüfung von 49 Verträgen mit einem Volumen von über 200.000 Euro in 14 Fällen Unregelmäßigkeiten unterschiedlicher Tragweite festgestellt. In zwei Fällen habe es gravierende Verstöße gegeben.
Der 54-jährige Gerster ist der erste SPD-Politiker an der Spitze der Nürnberger Bundesbehörde. Die Bundesregierung hatte ihm bis zuletzt öffentlich weiter Rückendeckung gegeben, da er beim Umbau der BA zum modernen Dienstleister gute Arbeit leiste. (APA)
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