Freitag, 23. Jänner 2004

Staatsbesuch: Klestil nahm im Iran politische Gespräche auf

  • Themen: Innenpolitische Lage, internationale Konfliktherde
  • Khatami würdigte die "vernünftige Position Österreichs"

Bundespräsident Thomas Klestil, der Samstag Abend zu einem viertägigen Staatsbesuch in der Islamischen Republik Iran eingetroffen war, hat am Sonntag in Teheran seine politischen Gespräche mit Staatspräsident Seyed Mohammad Khatami aufgenommen. In seinen Begrüßungsworten würdigte Khatami die österreichische Position zum Iran als "vernünftig und gerecht".

Österreich sei "ein besonderes Mitglied der Europäischen Union", betonte der gemäßigte iranische Präsident zu Beginn der Unterredung. "Wir haben eine besondere Wertschätzung für Österreich." Österreich sei ein Zentrum der Kultur mit einem herausragenden historischen Hintergrund. Anerkennend fügte Khatami hinzu: "Die Position Österreichs war immer vernünftig und gerecht." Dem Staatsbesuch komme ein besonderer Stellenwert zu.

Khatami beschloss seine offiziellen Begrüßungsworte an das österreichische Staatsoberhaupt mit einer Bemerkung über die Vereinigten Staaten. Der Iran habe wiederholt seinen Standpunkt erläutert, sagte Khatami. "Wir erwarten, dass auch die anderen uns nicht mit Feindschaft entgegentreten."

Klestil unterstrich seinerseits die Bedeutung der Gespräche mit der iranischen Staatsführung und betonte: "Diese Gespräche haben einen Nebeneffekt für die Europäische Union." Er hoffe, Antworten auf offene Fragen zu erhalten. Der Bundespräsident fügte hinzu: "Die EU misst den transatlantischen Beziehungen große Bedeutung zu." Dementsprechend sei der österreichische Staatsbesuch in Teheran auch in diesem Zusammenhang bedeutungsvoll.

Parallel zu dem Meinungsaustausch der beiden Staatsoberhäupter fanden im Präsidentenpalast Gespräche beider Seiten auf Delegationsebene statt, an denen unter anderen Sozialminister Herbert Haupt (FP) und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl teilnahmen. Nach den Gesprächen war die Übergabe einer österreichischen Spende für die Erdbebenopfer der iranischen Stadt Bam geplant. (APA)

23.1.2004 16:17