Donnerstag, 22. Jänner 2004

Kaschmir: Separatisten & Indien vereinbaren Ende der Gewalt

  • Erste Verhandlungen zwischen beiden Seiten in Neu-Delhi

Indien hat sich mit Führern der Separatisten in Kaschmir auf ein Ende des Blutvergießens in der Himalaya-Region verständigt. "Wir sind überein gekommen, dass der einzige Weg nach vorn darin besteht, ein Ende aller Formen von Gewalt auf allen Ebenen zu gewährleisten", hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung.

Zuvor waren beide Seiten erstmals auf ranghoher Ebene zu Verhandlungen zusammengetroffen.

Das zweieinhalbstündige Treffen sei der "erste wichtige Schritt im Dialogprozess" gewesen, hieß es weiter. Nun sollten Schritt für Schritt alle noch offenen Fragen im Kaschmir-Konflikt geklärt werden. Eine weitere Verhandlungsrunde sei für Ende März angesetzt worden. Der stellvertretende indische Ministerpräsident Lal Krishna Advani sagte, die Kaschmir-Separatisten hätten um ein Gespräch mit Regierungschef Atal Bihari Vajpayee gebeten, das am Freitag stattfinden solle.

An dem Treffen in Neu-Delhi nahmen ranghohe Mitglieder der kaschmirischen Allparteienkonferenz Hurriyat sowie eine indische Delegation unter Führung von Advani teil. Die Allparteienkonferenz ist die größte Separatistenvereinigung in Kaschmir und eine legale politische Organisation. Einigen ihrer Mitglieder wird jedoch vorgeworfen, Verbindungen zu bewaffneten Aufständischen zu unterhalten.

Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen mehr als ein Dutzend muslimische Gruppen für die Unabhängigkeit oder den Anschluss an Pakistan. Die Auseinandersetzungen kosteten in den vergangenen 14 Jahren mehr als 65.000 Menschen das Leben.
(apa, red)

22.1.2004 15:21