Mittwoch, 21. Jänner 2004

Nach 30 Jahren: Vater für Mord an Tochter verurteilt

  • Sohn brachte die Polizei auf die richtige Spur

Unglaublich, aber wahr: Fast 30 Jahre nach dem Mord an seiner kleinen Tochter muss ein Brite für seine Tat büßen. Der heute 62-jährige Arthur Carr soll seine Tochter Gillian zwischen Februar 1973 und Dezember 1975 getötet haben.

Gillian war damals sieben bis neun Jahre alt. Wie am Mittwoch während eines anderen Verfahrens gegen Carr bekannt wurde, wurde er bereits im vergangenen Mai zu neun Jahren Haft verurteilt.

Der Installateur Carr wurde im Juli 2002 festgenommen, nachdem sein Sohn Vincent, heute 35 Jahre alt, zur Polizei gegangen war. Dort sagte er aus, sein Vater habe ihm im Streit vor 18 Jahren den Mord an seiner Schwester gestanden. Vincent Carr kann sich an seine Schwester nicht erinnern, fand ihre Existenz jedoch in einer Geburtsurkunde bestätigt. Derzeit steht Carr wegen Vergewaltigung vor Gericht.

Ein Sprecher der Polizei in Ross-on-Wye im Westen Englands erklärte, die Ermittlungen hätten sich sehr schwierig gestaltet. Schließlich liege die Tat fast 30 Jahre zurück und eine Leiche sei nicht gefunden worden, erklärte Dave Williams. Mitglieder der Familie äußerten sich erleichtert über die Verurteilung Carrs. Es sei eine traumatische Zeit gewesen, hieß es in einer Stellungnahme. Gillian habe jetzt wenigstens eine Stimme erhalten. Jetzt hoffe die Familie, dass ihre Leiche gefunden werde, "damit wir sie endlich zur Ruhe betten können". (APA/red)

21.1.2004 17:00