AKW Temelin: Erster Protest tschechischer Mitarbeiter
- Gewerkschaften aus Temelin und Dukovany fordern Lohnerhöhung
·Temelin-Streit
Ausbaupläne endgültig gestoppt
·Volksbegehren
Nur 131.853 wollen Atomfreies Europa
·Im Wortlaut
Was Greenpeace
im VB fordert
Ein historischer Tag: Die etwa 150 Mitarbeiter des südböhmischen Atomkraftwerk Temelin und des südmährischen Dukovany haben am 20. Jänner in Temelin für höhere Löhne demonstriert. Dies war der erste Protest der tschechischen AKW-Mitarbeiter. Auf einem gemieteten Privatgrundstück in der Nähe des Kraftwerkes forderten sie eine Aufstockung der Gehälter um mindestens acht Prozent.
Der Tschechische Energiekonzern CEZ ist jedoch zu höchstens fünfprozentiger Steigerung bereit. Jene AKW-Mitarbeiter, die im Dienst waren, haben sich dem Protest symbolisch angeschlossen, indem sie ein rundes Plastikabzeichen an der Kleidung trugen.
Der Chef der AKW-Abteilung in CEZ Zdenek Linhart bezeichnete die Forderungen der Gewerkschaften auf einer Pressekonferenz als unannehmbar. Die von den Gewerkschaften gewünschte achtprozentige Erhöhung würde tatsächlich ein Plus von 17 Prozent bedeuten. Demgegenüber betonte der Chef der Gewerkschaften in Temelin, Frantisek Haman, man werde an den bisherigen Forderungen festhalten. Haman beschwerte sich, das AKW-Personal hätte in letzter Zeit Angst, seine Meinung zu sagen. Der Arbeitgeber CEZ deute nämlich an, dass man jeden Mitarbeiter schnell und leicht ersetzen könnte, so Haman in Anspielung auf die seit mehreren Monaten laufende Kürzung der Zahl der Arbeitsplätze.
Der Protest wurde ursprünglich als Streik geplant, allerdings darf das Personal, das die AKW-Anlagen bedient, die Arbeit aus Sicherheitsgründen nicht niederlegen. Deshalb haben die Gewerkschaften eine als "Heller-Protest" benannte Demonstration veranstaltet. Damit wollten sie betonen, dass die von ihnen geforderte Lohnerhöhung umgerechnet pro eine Kilowattstunde "keinen einzigen Heller (eine tschechische Krone hat 100 Heller) kosten würde". (apa/red)
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