Strauß-Sohn vor Gericht: Max bestreitet Steuerhinterziehung
- Verteidigung beantragt in Augsburger Prozess neues Gutachten über Verhandlungsfähigkeit

Der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Politikersohn Max Strauß hat am zweiten Verhandlungstag vor dem Augsburger Landgericht alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück gewiesen. Über eine von seinen Anwälten verlesene Erklärung ließ der 44-Jährige mitteilen, er habe weder jemals über Treuhandkonten des Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber verfügt noch davon überhaupt Kenntnis gehabt. Unterdessen ging der Streit um die Verhandlungsfähigkeit des an Depressionen leidenden Angeklagten in eine neue Runde.
Die Verteidiger beantragten ein neuerliches Gutachten über den Gesundheitszustand ihres Mandanten. Zuvor hatte das Gericht einen Befangenheitsantrag gegen den Augsburger Gerichtsmediziner Richard Gruber als unbegründet zurückgewiesen.
Ebenso lehnte die Kammer eine von der Verteidigung geforderte Einstellung des Verfahrens ab. Die Strauß-Anwälte hatten argumentiert, das Augsburger Gericht sei für den in München lebenden Strauß nicht zuständig. Der vorsitzende Richter Maximilian Hofmeister erklärte, der Prozess stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Schreiber, für das die Augsburger Justiz zuständig sei.
Der Sohn des 1988 verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß ist angeklagt, von Schreiber rund 2,6 Millionen Euro aus Airbus- und Panzer-Geschäften kassiert und nicht versteuert zu haben. Das Geld habe Max Strauß über Schreibers geheimes Rubrikkonto "Maxwell" erhalten.
Der Politikersohn äußerte sich in dem Prozess erstmals in knappen Worten auf Fragen des Gerichts über sein persönliches Befinden: Es gehe ihm "nicht so gut", er könne dem Verfahren jedoch "so la la" und "einigermaßen" folgen, antwortete der Angeklagte mit kaum hörbarer Stimme. Strauß entband zudem seine Ärzte von der Schweigepflicht und ließ eine Liste mit den derzeit von ihm eingenommenen Medikamenten übergeben. Neben einem Blutdrucksenker befanden sich darauf fünf Psychopharmaka, darunter Valium und das Angstzustände unterdrückende Mittel Tavor. (apa/red)
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