Explosion in algerischer Gasanlage: 20 Tote & über 70 Verletzte
- Ursache weiter unbekannt - schwerer Sachschaden
Bei der Explosion eines Erdgastanks in der algerischen Hafenstadt Skikda sind mindestens 23 Raffinerie-Arbeiter ums Leben gekommen. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt. In der Raffinerie der Ölgesellschaft Sonatrach brach am Montagabend ein Großfeuer aus, das erst nach Stunden gelöscht werden konnte. Die Ursache war zunächst unklar.
Energieminister Chakib Khelil äußerte in einem Rundfunkinterview die Befürchtung, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte. Er begab sich umgehend an den Unglücksort, den am späteren Dienstag auch Präsident Abdelaziz Bouteflika besuchen wollte. Rettungskräfte suchten in der Früh in den verbrannten Trümmern nach weiteren Opfern. Wie viele der rund 12.000 Beschäftigten im Ölhafen von Skikda zum Zeitpunkt der Explosion im Dienst waren, war nicht bekannt.
Khelil zufolge konnten Feuerwehrleute den Brand auf den Hafenbereich mit dem flüssigen Erdgas beschränken. Dieser sei allerdings vollständig zerstört worden. Alle drei Erdgas-Verflüssigungsanlagen müssten komplett neu aufgebaut werden. Die Anlagen zur Ölverarbeitung seien dagegen nicht zerstört. Die sechs weiteren Industriebereiche des 500 Kilometer östlich von Algier gelegenen Hafens wurden den Angaben zufolge nicht in Mitleidenschaft gezogen. In Skikda werden täglich 335.000 Barrel Öl produziert (ein Barrel = 159 Liter).
Bouteflika sagte, die Explosion werde sich nicht auf die Energielieferungen des Opec-Mitgliedes auswirken. Händler zufolge hatte das Unglück Sorgen über eine Verknappung der Ölversorgung verstärkt. Der Preis der führenden Nordsee-Ölsorte Brent stieg um mehr als 50 Cent über 31,10 Dollar (25,1 Euro).
Im vergangenen Jahr ist es in algerischen Gasanlagen mehrfach zu Unfällen gekommen. Die Erdgasvorkommen des nordafrikanischen Landes zählen zu den größten der Welt. Algerien exportiert jährlich rund 60 Milliarden Kubikmeter Erdgas, hauptsächlich nach Europa und in die USA, und ist auch ein bedeutender Ölproduzent. (APA)
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