Freitag, 23. Jänner 2004

Safaripark Gänserndorf: Warnstreik der Belegschaft!

  • Grund: Kein Geld mehr für Löhne und laufende Kosten da
  • PLUS: Alle Informationen zur großen Pleite des Tierparks!

Für den insolventen Safaripark Gänserndorf spitzt sich die dramatische Situation weiter zu: Freitag streikte die Belegschaft! Der Warnstreik der 30 verbliebenen Mitarbeiter dauerte von 12 Uhr bis 13 Uhr. Der Grund: Nach Auskunft des Masseverwalters sei nicht genügend Geld vorhanden, um die ausständigen Löhne, die laufenden Kosten und die Tierverpflegung zu bezahlen, zeigte sich Signe Preuschoft, wissenschaftliche Leiterin des Safariparks, verzweifelt.

In Reaktion auf den Warnstreik hat NÖ Tierschutzreferentin LHStv. Heidemaria Onodi (S) umgehend mit der verantwortlichen Kontrollinstanz des Landes Kontakt aufgenommen. Laut der Amtstierärztin der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf, Brigitte Gruselburger, gebe es derzeit keine Beanstandungen: "Den Tieren geht es gut und sie werden versorgt."

Die Amtstierärztin hatte am Donnerstag Nachschau gehalten und kündigte an, den Safaripark heute nochmals zu kontrollieren. "Laut Auskunft der Tierbetreuer des Safariparks selbst reicht das Futter für einige Tiergattungen noch rund eine Woche, für andere noch für zwei Wochen", so Gruselburger.

Grüne fordern Soforthilfe
"Der Safaripark hat nur mehr Futter für eine Woche - die EVN droht, den Strom abzudrehen", schlug die Klubobfrau der NÖ Grünen im Landtag, Madeleine Petrovic, Alarm. Es herrsche dringender Handlungsbedarf. Signe Preuschoft (wissenschaftliche Leiterin des Parks) hatte zuvor erklärt, dass der Energieversorger zu keiner Stundung bereit sei bzw. eine Kaution von 5.000 Euro verlange: "Und das bei minus acht Grad!"

Die NÖ Grünen erneuerten ihre Forderung nach einer Überbrückungshilfe für die nächsten sechs Monate seitens des Landes. Nur dies könne die Weiterführung des Safariparks gewährleisten.

Menschen werden vergessen
"Die Mitarbeiter sind wirklich am Ende ihrer wirtschaftlichen Existenz angelangt, sie haben seit September keinen Cent erhalten!" Die AKNÖ bezeichnete den Warnstreik als "Hilfeschrei" der Belegschaft.

Sollte keine Hilfe kommen, werde dieses symbolische Zeichen wohl nicht das letzte sein. Es sei ein absoluter Skandal, dass es zwar politische Bekenntnisse von allen Seiten gebe, für die Menschen aber nichts geschehe.
(apa/red)

23.1.2004 12:08