Felssturz-Gefahr: Areal im Pinzgau zum Katastrophengebiet erklärt
- 20.000 Tonnen Felsmasse sind in Bewegung geraten
In Fusch an der Glocknerstraße im Pinzgau droht ein gewaltiger Felssturz. Im Bereich Perleben sind am Mittwoch am Kasereck rund 20.000 Tonnen Felsmasse in Bewegung geraten. Ein Anwesen musste evakuiert werden. Unmittelbar nachdem die sechsköpfige Familie die beiden Häuser verlassen hatte, verfehlte ein Teil der Felsmassen die Gebäude nur knapp. Das Areal wurde zum Katastrophengebiet erklärt.
Die Evakuierung wird voraussichtlich einen Monat dauern. Ebenfalls evakuiert wurden zwei Nonnen aus einem Gebetszentrum, das zwar durch die Felsen nicht bedroht ist, aber wegen der notwendigen Straßensperre von der Außenwelt abgeschnitten ist.
"Der Fels ist so absturzgefährdet, dass im Augenblick jede Arbeit lebensgefährlich wäre", schilderte Katastrophenreferent Reiter nach einem Erkundungsflug. Entweder würden die Felsmassen ohnedies bald herunterkommen, oder das Gestein komme zum Stillstand, so dass man Arbeiten durchführen könne. Am wahrscheinlichsten wären in diesem Fall ein Auffang- oder ein Abweichdamm.
Das Land Salzburg hat der betroffenen Familie, die evakuiert werden musste, bereits finanzielle Unterstützung zugesagt. "Um in dieser schweren Zeit sinnvoll zu helfen, habe ich sofort die Übernahme der Kosten für die Ausweichunterkünfte sowie jener für den Sofort-Einsatz gestern Abend zu einhundert Prozent zugesagt", so Landesrat Sepp Eisl .
Bereits 1972 waren vom Südwesthang des Kaserecks zehntausende Tonnen Fels niedergegangen. Der aktuelle Felssturz befindet sich oberhalb dieser alten Abbruchstelle. Als Grund für die Lockerung des Gesteins nimmt man die Niederschläge der vergangenen Wochen an. (apa)
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