Montag, 19. Jänner 2004

Schrott-Jets: Platter prüft Einsatz der Draken auch nach Deadline 2005!

  • "Natürlich keine" Probleme mit Eurofighter-Beschaffung
  • UMFRAGE: Braucht Österreich überhaupt neue Abfangjets?

Es gebe "natürlich keine" Probleme mit der Beschaffung der künftig Österreichs Luftraum überwachenden Eurofighter, stellte Verteidigungsminister Günther Platter (VP) am Montag klar. Dennoch soll jetzt geprüft werden, ob die Einsatzdauer der schrottreifen und schon weit überalterten Draken noch weiter ausgedehnt werden könnte.

Luftstreitkräfte-Kommandant Generalmajor Erich Wolf ergänzte, nach 2005 werde der Draken "als System" nicht mehr verfügbar sein. Es gehe aber darum, dass einzelne Maschinen weiter in Betrieb gehalten werden. Damit solle etwa sichergestellt werden, dass jene Piloten, die gerade nicht auf dem Eurofighter ausgebildet werden, ihre Flugpraxis nicht verlieren. Der neue Wartungsvertrag mit der schwedischen Regierung bzw. schwedischen Unternehmen stehe "kurz vor der Unterzeichnung", sagte der Minister, ein konkretes Datum gab er aber nicht an.

Treffen zu Eurofightern im Februar in Singapur
Das Einstiegspaket für die Eurofighter-Kampfjets könnte Ende Februar konkret werden. Derzeit gebe es dazu in Deutschland, Großbritannien und Spanien verschiedene Vorstellungen, bei einem Treffen Ende Februar in Singapur wollen die Eurofighter-Partner darüber beraten, so der deutsche Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Peter Eickenboom (SPD), am Montag anlässlich eines Besuchs von Koalitions-Abgeordneten im Werk des deutschen Eurofighter-Partners EADS in Manching (Bayern) vor Journalisten. Eine Kostenschätzung liege noch nicht vor.

Deutschland hat laut Eickenboom die Führungsrolle in Sachen österreichisches Einstiegspaket übernommen. Ziel ist, eine möglichst reibungslose Ablöse der altersschwachen Draken zu ermöglichen. Die ersten österreichischen Eurofighter sollen erst 2007 kommen. Die Draken sollen aber nach bisherigem Stand bereits Ende 2005 außer Dienst gestellt. Beteiligen wollen sich an dem Übergangspaket neben Deutschland auch Großbritannien und Spanien, die vierte Eurofighter-Nation Italien hat abgewunken.

Leih-Eurofighter bis zur Lieferung?
Möglich ist, Flugzeuge direkt von einem oder mehreren Ländern anzumieten. Als Variante im Gespräch ist aber auch ein Vertrag mit der Eurofighter-Agentur NETMA, welche im Namen der vier Nationen als offizieller Auftraggeber auftritt, oder mit der Eurofighter GmbH. Diese koordiniert die Fertigung des Jets mit den Rüstungskonzernen der vier beteiligten Länder. (APA/red)

19.1.2004 17:49