Montag, 19. Jänner 2004

Auf Barrikaden: ÖH-Chef kündigt weitere Aktionen an

  • Besetzung war "Startschuss für Aktionen in Restösterreich"
  • Mittwoch: Menschenkette um Uni Wien geplant

Die Besetzung des Rektorats der Uni Wien in der vergangenen Woche dürfte nur der Auftakt für weitere Protestmaßnahmen gegen den Umbau der Universitäten gewesen sein. "Der Startschuss ist gegeben auch für Aktionen in Restösterreich", meinte der stellvertretende ÖH-Chef Ralph Schallmeiner gegenüber der APA.

Ein Gesprächsangebot von Uni Wien-Rektor Georg Winckler hat die ÖH abgelehnt: Bisher seien die Kernforderungen der Studentenvertreter nicht ernst genommen bzw. ignoriert worden. Stattdessen werde man nun Forderungen deponieren, so Schallmeiner. Winckler werde unter anderem ein Ultimatum bis Anfang März gestellt, den Organisationsplan wieder zurückzunehmen - "unter dem geht es nicht".

Zur Bekräftigung ihrer Forderungen plant die ÖH Mittwoch Mittag unter dem Motto "Winckler, du bist umzingelt" eine Menschenkette rund um die Uni Wien. Am studentenstärksten Institut Österreichs, der Publizistik in Wien, soll außerdem die normale Studentenberatung eingestellt und nur mehr "kritische Beratung" angeboten werden. Sämtliche Anfragen würden an den für die Lehre zuständigen Vizerektor Arthur Mettinger weitergeleitet - "laut dem neuen Organisationsplan ist das sein Job, er wird sich darum kümmern müssen", so Schallmeiner.

Proteste erwartet sich der Studentenvertreter vor allem an den Unis Graz, Innsbruck und Salzburg. Während in Graz vor allem Finanzierungsfragen im Vordergrund stünden, würden sich die Professoren in Salzburg als "Kaste von Machterfüllten" aufspielen und im Senat mit ihrer Mehrheit sämtliche anderen Kurien niederstimmen.

Als positive Beispiele nannte Schallmeiner hingegen die Uni Klagenfurt und vor allem die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, die den besten Weg gewählt und auf eine eineinhalbjährige Evaluation gesetzt habe. An beiden Unis wären vor allem die Studenten von vornherein einbezogen worden.

Ex-VfGH-Präsident Adamovich soll vermitteln
Im Konflikt zwischen dem Rektorat der Universität Wien und den Studentenvertretern will die Uni-Leitung eine "externe Persönlichkeit, die mit den universitären Gegebenheiten vertraut ist", mit der Vermittlung betrauen. In einem Offenen Brief an die Hochschülerschaft schlagen Rektor Georg Winckler, die Vizerektoren sowie die Dekane der sieben Fakultäten dafür den ehemaligen Verfassungsgerichtshofs-Präsidenten Ludwig Adamovich vor, der bis Ende 2003 auch als Vorsitzender des Universitätsbeirates der Hochschule fungiert hat. (apa)

19.1.2004 12:24